Anime Fall Season 2018 / Woche #2

Lesezeit: 9 Minuten

In diesem wöchentlichen Format begleiten wir die Serien Goblin SlayerGolden Kamuy (Staffel 2), Jojo’s Bizarre Adventure: Golden Wind, Rascal does not dream of Bunny Girl Senpai, Ulysses: Jeanne d’Arc and the Alchemist Knight und Attack on Titan (Staffel 3) von der ersten bis zur letzten Episode. Neben einer kurzen Zusammenfassung der Episode lest ihr die persönliche Meinung des jeweiligen Redakteurs. Spoiler werden nicht separat gekennzeichnet!

Attack on Titan (Staffel 3): Episode #12

Start: 23.07.2018 • Action, Fantasy • Wit Studio

Der Abend vor der großen Schlacht: Die Anführer der Scouts beraten über das, was nach der erfolgreichen Eroberung des Gebiets hinter Mauer Maria geschehen soll. Alle sind sich einig, dass die Geheimnisse, die in Grisha Jaegers Keller verborgen liegen, so schnell wie möglich gelüftet werden müssen. Weniger einig sind sich dagegen Erwin und Levi. Bei ihrer anschließenden Unterredung fordert der Captain seinen Vorgesetzten auf, wegen seiner Verletzungen der Schlacht fernzubleiben. Doch Erwin denkt gar nicht daran. Zu groß ist sein Drang danach, die Visionen seines Vaters bestätigt zu finden. Währenddessen feiern die Scouts ein wildes Fest. Ein edler Spender hat der ganzen Truppe Fleisch spendiert, worum alle sich reißen. Wie so oft gerät Eren mit Jean aneinander. Doch Levi setzt der Prügelei – im wahrsten Sinne – schlagartig ein Ende. Mikasa, Armin und Eren träumen anschließend von der Zeit nach ihrem Sieg. Doch da ist der Morgen des Aufbruchs schon gekommen…

… und damit der große Cliffhanger. Wie war es auch anders zu erwarten. Noch mehr Erwartung schürt dann nur noch der in den Abspann eingebaute Teaser auf den zweiten Teil von Attack on Titan Staffel 3. Mit der geht es aber erst im April 2019 weiter. Sicher haben die Macher ihre guten Gründen für den Split-Cours, doch bei den vielen offenen Enden in dieser Staffel kann man sich schon fragen, ob das Ganze nicht eher dazu dienen soll, die Spannung künstlich zu erhöhen und die Aufmerksamkeit für die Serie länger hoch zu halten. Und dabei hat Attack on Titan das gar nicht nötig. Die Erzählung, ihr Tempo, die Visuals – es passt in dieser ruhigeren Folge wieder mal alles gut zusammen. Hervorragend verdeutlichen die vielen Nahaufnahmen der Gesichter die Emotionen der Hauptfiguren. Und Erens Entwicklung findet in dieser Episode auch genug Beachtung. Aber da hilft leider alles Jammern nichts. Bis April ist eine lange Zeit. Bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen die Zeit nutzen, um den Anime auf dem sehr guten Niveau zu halten, das er in seiner dritten Staffel bisher erreicht hat.


Goblin Slayer: Episode #2

Start: 07.10.2018 • Action, Fantasy • Studio White Fox

Goblin Slayer. Ein Mann, der trotz seines Silberranges in der Gilde eher belächelt wird wegen seiner Ausrüstung und vor allem seiner Besessenheit. Seine Kindheitsfreundin weiß aber, was hinter der Fassade des stillen Kriegers steckt. Kurze Flashbacks lassen erahnen, was ihn zu dem Mann gemacht hat, der er heute ist. Seine Kindheitsfreundin nutzt auch ihren gemeinsamen Weg in die Stadt, um Goblin Slayer und seinen Umgang mit seiner Umgebung zu beobachten. Dadurch wird gezeigt, dass es sehr wohl Menschen gibt, die ihm am Herzen liegen. Ebenfalls wird sehr klar gemacht, dass er zwar Goblins hasst, es jedoch lieber hätte, wenn er seinen Beruf auf Eis legen könnte. Auch die herablassenden Kommentare der anderen Abenteuer interessieren ihn wenig. Er erledigt seine Aufgabe und mittlerweile gibt es mit der Priesterin und der Dame am Schalter zwei Personen, die verstehen, wie wichtig ist, was er tut. Eine Veränderung scheint sich aber anzukündigen, ist doch eine Truppe, die von einer Elfe angeführt wird, auf der Suche nach ihm.

Die erste Folge dient der Vorstellung der Welt und sollte sehr grafisch vor Augen führen, wie gefährlich und tödlich die Goblins in der Serie sind. Mit Goblin Slayer ist der Name der Serie Programm und doch weiß man von dem stillen Typen in der Rüstung nichts. Dabei wird in dieser Episode nicht einmal viel erklärt. Vieles wird nur angedeutet oder kommentarlos gezeigt, doch es reicht, um etwas mehr von der Motivation zu verstehen. Auch sein Umfeld wird zum Thema, egal ob gut bestückte Freundin aus Kindertagen oder die anderen Abenteurer. Da unser Held nicht viel zu sagen hat, wird einfach das Umfeld genutzt, um seinen Charakter zu erklären. Wie ich finde, ist es eine sehr effektive Wahl, um all die verschiedenen Blickwinkel zu beleuchten: Leute, die ihn von früher kennen, Leute die ihn erst als Goblin Slayer kennen und Leute, die ihm nur von Gerüchten oder vom Sehen kennen. Aber egal, was mit der Truppe am Ende dieser Folge noch passieren wird, eines ist sicher: Auch die nächste Folge bringt uns wieder viele tote Goblins.


Golden Kamuy (Staffel 2): Episode #2

Start: 08.10.2018 • Action, Abenteuer, Historie • Geno Studio

Edogai hat es geschafft, sechs falsche Häute mit Tattoos herzustellen. Jedoch wird sein Haus plötzlich beschossen und er muss schauen, wie er die Flucht ergreifen kann, um Leutnant Tsurumi seine Wahre zu bringen. Ogata durchsucht das Haus des Tierpräparators nach den Fälschungen, doch wird er ausgetrickst. Als er dem fliehenden Edogai nachsetzen will, tauchen plötzlich Sugimoto und Shiraishi im Haus auf. Da letzterer für Hijikata arbeitet, bedroht Ogata diesen und sorgt so dafür, dass die beiden dem entflohenen Fälscher nachlaufen. Es beginnt eine wilde Verfolgungsjagd, die in der hiesigen Miene und einer Explosion endet. Doch so leicht ist ein unsterblicher Sugimoto nicht aufzuhalten. Jedoch ist es diesmal kaum alleine zu schaffen und zum Glück taucht Ushiyama. So kommt es, dass sich die zwei Parteien — Sugimoto und Hijikata — im Haus des Tierpräparators das erste Mal richtig gegenüberstehen.

Was für eine spannungsgeladene zweite Folge der neuen Staffel von Golden Kamuy. Da hat es sich gelohnt, in der ersten Folge viele Vorbereitungen zu treffen, sodass es hier von Anfang an rund gehen kann. Was wieder einmal überrascht, ist der Humor, der hier zu Tage kommt. So flieht Edogai in einem Eisbärkostüm durch die Gegend und alle möglichen Leute rennen ihm hinter her. Ein richtiges Indiana Jones-Gefühl kommt auf, als alle in verschiedenen Loren landen. Womit ich nicht gerechnet habe, dass eine Explosion der Jagd einem vorzeitigen Ende setzt. Hier zeigt dann Sugimoto wieder einmal, dass ihn wirklich nichts unter die Erde bringt. Wortwörtlich diesmal! Was dann auch überrascht, dass sich endlich zwei der drei Parteien an einen Tisch hocken. Vor allem, dass Shinpachi Nagakura Sugimoto für seinen Anteil an Tattoos auszahlen möchte, kam unerwartet. Es wäre eine Option, doch Sugimoto ist schon viel zu sehr drin, um jetzt aufzuhören. Eine besondere Ironie ist eine der letzten Einstellungen, denn hier hocken alle an einem Tisch und stellen so das letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci nach. Die Szene hat man vollständig aus der Mangavorlage übernommen, denn Satoru Noda hat gerne einmal große Meisterwerke der Kunst umgewandelt und in seine Abenteuergeschichte eingebaut. Für zusätzliche Spanung sorgt jetzt, dass nur fünf Häute bei Tsurumi angekommen sind. Mal sehen was Nummer sechs im Laufe der Serie anrichten wird! Etwas enttäuscht bin ich vom neuen Opening. Der Song ist okay, aber es stört mich, dass man einfach Szenen aus der ersten Folge mit eingebaut hat. Ich hoffe, dass diese noch ersetzt werden. Das Ending finde ich hingegen wieder sehr schön.


Jojo’s Bizarre Adventure: Golden Wind: Episode #2

Start: 06.10.2018 • Action, Abenteuer, Horror • David Production

Es wird zu Beginn ein Einblick in Giornos Vergangenheit gewährt, welche in seinen ersten Lebensjahren alles andere als rosig war. Seine Mutter scherte sich einen Dreck um den Kleinen und der spätere Stiefvater war obendrein gewalttätig. Giornos Leben änderte sich erst als er einen schwerverletzten Gangster half. Denn durch dessen Einfluss in der Stadt, verbesserte sich Giornos Situation gravierend. Zurück in der Gegenwart beginnt Bruno Buccellati mit seinem Angriff, dabei muss er allerdings sehr schnell feststellen, dass Giorno und sein Stand Golden Experience (in den Untertiteln “Golden Wind”) nicht zu unterschätzen sind. Denn ein Schlag und die Sinne des Getroffenen laufen regelrecht Amok. Aber auch Brunos Stand Sticky Finger (in den Untertiteln Zipper Man) ist kein leichter Gegner für Giorno, die Fähigkeiten mit den Reißverschlüssen ist wirklich lästig und die physische Kraft übersteigt die von Golden Experience. Doch letztendlich ist Giorno seinem Gegner überlegen und schlägt ihm vor, den Boss von Bruno zu beseitigen. Weil dieser auch Drogen an Kinder verkaufen lässt und das beiden gegen den Strich geht.

Die zweite Folge von JoJo’s Bizarre Adventure: Golden Wind zeigt Parallelen zwischen Dios Kindheit und der seines Sohnes. Beide hatten es sehr schwer, doch Giorno lernte im Gegensatz zu Dio, was Vertrauen bedeutet und hat daher auch einen positiveren Charakter als sein Erzeuger. Natürlich könnte das auch mit an Jonathans Genen liegen, die man ebenso nicht außer Acht lassen sollte. Der Kampf zwischen Bruno und Giorno ist spannend dargestellt und zeigt auch gleich, dass die Stand-Fähigkeiten noch verrückter werden als in den vorherigen Staffeln. Weiterhin gibt es in dieser Folge das Opening “Fighting Gold” von Coda, der bereits den zweiten Storyteil von JoJo’s Bizarre Adventure (2012) mit seinem Song “Bloody Stream” eröffnet hat. Ich finde es nicht schlecht, aber ist für mich das beste Lied. Aber schlimmer finde ich definitiv das Ending mit “Freek’n You” von der amerikanischen R&B-Gruppe Jodeci, das meilenweit an meinem Geschmack vorbei ist.


Rascal does not dream of Bunny Girl Senpai: Episode #3

Start: 04.10.2018 • Comedy, Romanze, Supernatural • A-1 Pictures

Für Mai scheint es keine Hoffnung mehr zu geben. Nach ihrer gemeinsam verbrachten Nacht in Oogaki kann sich nur noch Sakuta an sie erinnern. Doch auch dessen Klassenkameradin Rio Futaba hat sie noch nicht vergessen. Da sie wie Sakuta in der besagten Nacht nicht schlafen konnte, vermutet Rio, das Vergessen komme im Schlaf. Für Sakuta heißt das nun: wenn er einschläft, wird auch er seine Flamme für immer vergessen. Und dabei hat er ihr doch das Gegenteil versprochen! Zwei Tage hält er durch, trotz Zwischenprüfungen. Aber Mai möchte Sakuta nicht länger leiden sehen, und verabreicht ihm heimlich ein Schlafmittel. Und so passiert es, dass auch er sie vergisst. Da helfen auch Sakutas an ihn selbst gerichtete Erzählungen von Mai nichts mehr. Bis Rio in ihrem Buch eine seltsame Notiz findet, die sie Sakuta geben soll. Der Inhalt: Gegen die Auslöschung eines Menschen durch Vergessen hilft nur eines: die Liebe eines anderen Menschen, sofern sie stärker ist, als das Vergessen selbst…

Wer es schafft, Schrödingers Katze – eine Theorie aus der Quantenphysik – zum wichtigsten Bestandteil einer Schulromanze zu machen, der hat Respekt verdient. Der dahinter steckende, trockene Humor sorgt in der dritten Folge von Rascal does not Dream of Bunny Girl Senpai auf jeden Fall für viele Lacher. Dabei sind es oft wieder die Details, die zum Schmunzeln anregen. So etwa das Buch, in dem der verzweifelte Sakuta nach einer Lösung für Mais Problem sucht, welches den vielsagenden Titel „Quantenmechanik, die auch Affen verstehen“ hat. Wirklich bewegend an der Episode ist aber hauptsächlich der ernstere Teil. Was kann Mai, die durch ihre Filmkarriere schon zu sehr aus der Reihe getanzt hat, überhaupt noch tun, um nicht mehr von ihren Mitschülern ignoriert zu werden? Wer hilft dir noch, wenn du schon am Boden liegst? Rascal does not Dream of Bunny Girl Senpai gibt darauf eine schöne Antwort im Finale dieser Episode. Eine Antwort, die auf jeden Fall zum Nachdenken anregt.


Ulysses: Jeanne d’Arc and the Alchemist Knight: Episode #2 

Start: 07.10.2018 • Action, Fantasy • AXsiZ

Sieben Jahre später reist Montmorency als Alchemist durchs Land und versucht weiterhin das Unsterblichkeitselixier zu erschaffen. In einem Dorf trifft er Jeanne, ein junges unscheinbares Mädchen, das für Frieden (und größere Brüste) betet. Das Dorf wird angegriffen und auch die angeheuerten Söldner unter La Hires Führung haben dem Feind nicht viel entgegenzusetzen. Doch das Blatt wendet sich, als Montmorency das Elixir endlich hinbekommt und es Jeanne verabreicht.

Mit diesem riesigen Hut sieht Montmorency einfach lächerlich aus. Dass er jetzt das Elixier wegen des fehlgeschlagenen Versuches als Speichel selbst produziert, ist irgendwie eklig. Im Großen und Ganzen wirkt Episode 2 von Ulysses: Jeanne d’Arc and Alchemist Knight schrecklich konstruiert. Da ist zum Beispiel dieser seltsame Unfall, bei dem Montmorency das Elixier in sich aufnimmt. Oder der selbstmörderische Angriff der Feen. Ja, sie haben Jeanne gern und wollen ihr helfen, aber glauben sie wirklich, dass sie, klein und wehrlos wie sie sind, gegen bewaffnete Soldaten ankommen? Ihr Tod soll wohl ein großer Schockmoment sein. Montmorency verschafft mit seiner Spucke und dem Stein der Weisen Jeanne eine Superkraft, mit der sie die Angreifer besiegt, dabei aber auch die Kontrolle über sich selbst verliert. Nichts Neues hier also.

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Iruka
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Iruka

Mein Gedanke bei der zweite Folge Golden Kamuy: Hier hätte Indiana Jones seine Freude gehabt. Eine wilde Verfolgungsjagd in einer Mine plus dazugehörige Explosion. Und der unsterbliche Sugimoto macht seinen Namen wieder alle Ehre. Verschüttet im Berg und die Luft wird knapp? So leicht gibt er doch nicht auf. Gut, dieses Mal hatte er schon etwas Hilfe nötig, sonst wäre es eng geworden. Bei dem gemeinsamen Essen gefielen mir zwei Dinge: Zuerst einmal: Am Tisch wird nicht gekämpft. Und zweitens die Darstellung von Leonardo Davincis Letztem Abendmahl.