Warrior Cats: Donner und Schatten

Seit einigen Jahren erfreuen sich die Bücher rund um die Warrior Cats großer Beliebtheit bei den meistens jungen Lesern. Dutzende Bücher sind mittlerweile erschienen und dabei handelt es sich nicht nur um die Hauptgeschichte, die in jeweils sechsbändigen Staffeln erzählt wird, sondern auch um zahlreiche Nebengeschichten, die sogenannten Special Adventures. Im September 2017 erschien der bislang neuste Band Donner und Schatten. Hier werden die Ereignisse der sechsten Staffel, Vision von Schatten fortgesetzt. Spoiler für die vorigen Bände sind also nicht zu vermeiden.

 

Der zweite Band beschäftigt sich weiterhin mit den beiden Findelkatzen Zweigpfote und Veilchenpfote, die beide darunter leiden, dass sie getrennt wurden. Während Zweigpfote mehr oder weniger im DonnerClan akzeptiert wird und ihre Pflegemutter sie sehr liebevoll pflegt, findet Veilchenpfote nicht so recht Zugang zum SchattenClan. Das ändert sich erst, als Nadelpfote sich ihrer annimmt. Sie und Erlenpfote ermöglichen den Schwestern sogar ein kurzes Treffen. Doch es gäbe nicht viel zu erzählen, wenn es nur um das Schicksal dieser beiden Katzen ginge. Die Streuner, auf die Erlenpfote und die anderen auf ihrer Suche nach dem WolkenClan stießen, haben nun das Gebiet der Clans am See gefunden und wollen sich hier niederlassen. Das gefällt den Clans überhaupt nicht, vor allem nicht dem WindClan, der bereits gegen die Streuner kämpfte und dabei auch Todesopfer zu beklagen hatte. Die Streuner begnügen sich auch nicht damit, sich am Rand des SchattenClan-Territoriums niederzulassen. Sie nutzen aus, dass die Moral in diesem Clan im Moment nicht die beste ist, und ziehen zahlreiche Katzen auf ihre Seite, unter ihnen auch Nadelpfote. Die Lage verkompliziert sich, als der SchattenClan von einer mysteriösen neuen Krankheit heimgesucht wird.

Einblicke in den SchattenClan

Originaltitel Thunder and Shadow
Ursprungsland Großbritannien
Jahr 2016
Typ Roman
Bände 32 / 36
Genre Jugendbuch
Autor Erin Hunter
Verlag Beltz und Gelberg (2017)

Interessant an diesem Band ist, dass Zweigpfote und Veilchenpfote beide selbst zu Wort kommen und die meisten Kapitel aus ihrer Sicht erzählt werden. Das ist insofern eine Neuerung, als dass der Leser bisher nur den Blick auf den DonnerClan hatte. Mit Veilchenpfote rückt auch der SchattenClan mehr in den Fokus. Das ist besonders spannend, da der DonnerClan meistens mit diesem Clan aneinandergerät. Durch Veilchenpfotes Augen wird deutlich, dass hier viele Dinge anders laufen, aber auch, wie sich die Lage im Clan mehr und mehr verschlechtert, bis fast der gesamte verbliebene Clan am Ende offen mit seinem Anführer Eschenstern bricht, sich mit den Streunern offiziell zusammentut und Eschenstern sowie seine letzten treuen Untergebenen aus dem Territorium vertreibt.  Dieser Wandel vollzieht sich subtil, ist aber an keiner Stelle unglaubhaft, da sich bereits von Anfang an abzeichnet, dass einige Dinge im Clan schief laufen.

Fehlender Zusammenhalt

Die vier Clans sind nicht gerade die besten Freunde. Oft genug kommt es zu Kämpfen zwischen ihnen. Doch im Großen und Ganzen respektieren sie sich eigentlich. Das ändert sich mit dem Auftauchen der Streuner. Besonders gilt das für den WindClan, der sich weigert, das wertvolle Heilmittel an den SchattenClan herauszugeben, weil dieser die Streuner an der Grenze zu seinem Territorium duldet. Kurzstern bleibt hier eisern und wird auch gegenüber seinen eigenen Katzen immer misstrauischer. Es braucht schließlich einen Alleingang seiner Heilerkatze Falkenflug, damit der SchattenClan das Heilkraut bekommt.

Das Schicksal des WolkenClans?

Im vorigen Band Die Mission des Schülers stand die Suche nach dem verschollenen WolkenClan im Vordergrund. Im zweiten Band wird diese Suche kurzzeitig vom sehr viel drängenderen Problem in Form der Streuner etwas verdrängt, aber nie vollkommen vergessen. Eschenpfote macht sich immer wieder Gedanken darum und am Ende fasst er sogar den Entschluss, dass der WolkenClan jetzt mehr denn je gefunden werden muss. Der Prolog lässt vermuten, dass es die WolkenClan-Katzen noch gibt, sie sich aber in alle Winde verstreut haben. Es besteht also Hoffnung.

Die Qualität der einzelnen Bände schwankt extrem, aber Donner und Schatten gehört ganz klar zu den besseren. Da ich es mag, wenn eine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird, habe ich mich sehr gefreut, dass durch Veilchenpfote der SchattenClan beleuchtet wurde. Nach über dreißig Bänden allein in der Hauptgeschichte wiederholen sich einige Motive natürlich wie die Krankheit, Streitigkeiten mit Streunern oder Prophezeiungen, aber diese wurden zu einer runden Geschichte zusammengefügt, die nicht langweilig wird. Donner und Schatten macht gespannt auf mehr, vor allem da die Fronten mehr verhärtet denn je scheinen.

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Drottning Katt

Als Studentin der Linguistik hat Drottning Katt ein Faible für Sprachen aller Art – reale oder fiktive. Sie ist ein großer Fantasy-Fan und kann in diesem Bereich immer mit detaillierten Worldbuilding, einem durchdachten Magiesystem oder vielschichtigen Charas geködert werden. Dabei ist es nebensächlich, in welcher Form die Geschichte erzählt wird, Hauptsache interessant. Zudem gehören zu ihren Hobbies das Schreiben eigener Geschichten, zeichnen und an eigenen fiktiven Sprachen basteln.

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