The Big Bang Theory (Folge 11×03)

Ordnung ist das halbe Leben. Für Sheldon vermutlich sogar das ganze Leben. Sein Tag ist komplett durchgeplant und er hat sogar feste Zeiten für den Klogang. Diese Ordnung gibt ihm die Sicherheit und den Halt, die er braucht, um seinen Alltag zu meistern. Doch was ist, wenn er unterbewusst diesen Halt gar nicht mehr will?

Als Sheldon sich auf die Vorbereitungen für seine Hochzeiten stürzt, scheitert er schon daran, ein passendes Datum zu finden. Schließlich muss es der perfekte Tag sein. Dieses Problem belastet ihn so sehr, dass er unruhig schläft und dabei vor sich hinmurmelt. In seinen Träumen ist Sheldon auf einmal ungewohnt gelassen und nicht mehr wiederzuerkennen. Als er von Amy davon erfährt, wird er nachdenklich. Gleichzeitig versuchen Raj und Stuart beide Bernadettes neue Kollegin für sich zu gewinnen und sehen sich dabei als Konkurrenten.

Sheldon auf Abwegen

Sheldon ist ein Perfektionist. Ob nun der passende Gruß für Cowboys oder sein Tagesablauf, alles muss perfekt sein. Auch an das Datum seiner Hochzeit hat er viele Anforderungen: Es darf nicht zu nah an anderen wichtigen Tagen oder den Geburtstagen seiner Freunde liegen, es darf aber auch niemand Berühmtes an diesem Tag gestorben sein. Da ist es gar nicht so leicht, einen passenden Termin zu finden. Doch in seinen Träumen wird Sheldon zu einem vollkommen anderen Menschen. Er ist gelassen und selbst wenn etwas nicht wie geplant verläuft, regt er sich nicht auf, sondern nimmt es hin. Das versucht er nun im realen Leben ebenfalls umzusetzen – indem er sich ein Paar Flip-Flops kauft. Doch als er danach nach Hause zurückkehrt, bietet er ein Bild des Elends: Von Kopf bis Fuß mit Dreck beschmiert, um einen Fuß sein T-Shirt gewickelt, der andere verstaut in seiner Umhängetasche. Sheldons Versuch der Gelassenheit geht also gehörig nach hinten los und er tritt auf dem Heimweg in so ziemlich alles hinein, was an ekligen Sachen auf der Straße liegen kann. Doch immerhin muss Sheldon zu Gute gehalten werden, dass er nicht wie gewohnt in Panik verfällt, sondern versucht, damit umzugehen. Seine Interpretationen á la warmer Apfelsaft oder geschmolzene Schokolade helfen ihm dabei vermutlich. Sheldon, der nur noch ein Häufchen Elend ist, kann einem dabei wohl nur noch Leid tun. Letztendlich gibt er die Planung der Hochzeit vollkommen an Amy ab, was bei Sheldon auch wieder ein Vertrauensbeweis ist. Den krönenden Abschluss bildet vermutlich der Rat der Sheldons, eine Versammlung der verschiedenen Aspekte von Sheldons Persönlichkeit. Sie entscheiden sich dagegen, den entspannten Sheldon in ihrer Mitte aufzunehmen.

Geteiltes Leid ist halbes Leid?

Dass Raj und Stuart beide regelrecht verzweifelt sind, wenn es um das Thema Beziehung geht, ist nichts Neues. Als Bernadette sich mit einer neuen Kollegin Ruchi anfreunden will, wittern beide ihre Chance und versuchen bei ihr zu landen. Doch Ruchi will gar keine Beziehung, sie will nur Freunde finden. Das ist für die beiden zwar bitter, aber so können sie auch ihre Freundschaft bewahren, ohne dass einer eifersüchtig auf den anderen sein muss. Generell ist Raj in dieser Staffel öfter mit Stuart zu sehen als wie gewohnt mit Howard. Ein großes Wunder ist das vermutlich nicht, schließlich hat Howard mittlerweile Familie und Raj ist der einzige von den vier Nerds, der noch solo ist. Das verbindet ihn dann doch eher mit Stuart als mit Howard, frei nach dem Motto geteiltes Leid ist halbes Leid. Doch sobald eine hübsche Frau auftaucht, werden die beiden zu erbitterten Gegnern.

Mein persönlicher Höhepunkt ist tatsächlich der Rat der Sheldons. Die einzelnen Aspekte seines Charakters, Wissenschaftssheldon, Fanboy-Sheldon, Texas-Sheldon, Hypochonder-Sheldon und sogar ein Humor-Sheldon, bilden eine lustige Versammlung. Sie sind einfach gut getroffen, sowohl in Erscheinung als auch in Auftreten. Man merkt in dieser Folge nicht nur deutlich, dass die Hochzeit ein großer Schritt für Sheldon ist, sondern auch dass er diesen auf andere Art zu verarbeiten versucht als andere große Änderungen in seinem Leben. Man denke nur daran zurück, als Leonard und Penny das erste Mal zusammenziehen wollen. Sheldon ergreift deswegen kurzerhand die Flucht, statt sich dieser Veränderung zu stellen. Von so einer Reaktion merkt man jetzt überhaupt nichts bei ihm. Ich finde, dass er sich in diesem Punkt durchaus weiterentwickelt hat.

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Drottning Katt

Als Studentin der Linguistik hat Drottning Katt ein Faible für Sprachen aller Art – reale oder fiktive. Sie ist ein großer Fantasy-Fan und kann in diesem Bereich immer mit detaillierten Worldbuilding, einem durchdachten Magiesystem oder vielschichtigen Charas geködert werden. Dabei ist es nebensächlich, in welcher Form die Geschichte erzählt wird, Hauptsache interessant. Zudem gehören zu ihren Hobbies das Schreiben eigener Geschichten, zeichnen und an eigenen fiktiven Sprachen basteln.

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chianna
Redakteur

Ich liebe diese Serie, auch wenn ich sie nicht konstant verfolge. Und gerade Sheldon ist für mich ein Charakter, der heraussticht. Bei ihm ist eine Entwicklung am deutlichsten zu sehen, finde ich, was aber natürlich auch daran liegt, dass er so streng konzipiert ist. Jede noch so leichte Veränderung in seinem Verhalten fällt da mehr auf als bei den anderen, aber genau diese kleinen Dinge machen ihn für mich noch liebenswerter.