Andromeda

In welcher Serie tritt eine KI mit drei unterschiedlichen Erscheinungsformen auf und schafft es tatsächlich, mit sich selbst Diskussionen zu führen, da sich alle drei Manifestationen nicht immer einig sind? Genau dieses passiert – sehr zur Unterhaltung der Zuschauer – in der im Jahr 2000 gestarteten amerikanischen Science-Fiction-Serie Gene Roddenberry’s Andromeda. In insgesamt 110 Episoden kämpft, liebt und leidet die KI eines intergalaktischen Kriegsschiffes an der Seite ihrer menschlichen, halbmenschlichen und gänzlich andersartigen kleinen Besatzung. Viel gäbe es zu erzählen, von Heldenmut und Verrat, Freundschaft, Feindschaft, scheinbar aussichtslosen Zielen und und und, doch heute soll der Fokus ganz auf der künstlichen Intelligenz liegen.

Die „Andromeda Ascendant“ ist ein Kriegsschiff der Ehrengarde des intergalaktischen Commonwelth und mit Waffen bestückt, die ganze Welten pulverisieren können. Herrscherin über die Waffensysteme ist die schiffseigene künstliche Intelligenz Andromeda (Lexa Doig aus Continuum), eine KI, die durchaus eine eigene Persönlichkeit besitzt. Sie stellt sich über die Monitore als eine dunkelhaarige junge Frau mit zarten Gesichtszügen dar, wenn sie mit ihrem Captain oder anderen Besatzungsmitgliedern kommuniziert.
Als der „Andromeda Ascendant“ in einer Kriegssituation nur noch ein waghalsiges Manöver bleibt, evakuiert Captain Dylan Hunt (Kevin Sorbo, bekannt aus diversen Hercules-Filmen) die Mannschaft, bevor das Kriegsschiff im Ereignishorizont eines schwarzen Loches hängen bleibt und für drei Jahrhunderte in der Zeit eingefroren wird.

Liebe auf den ersten Blick

Originaltitel Andromeda
Jahr 2000 – 2005
Land USA, Kanada
Episoden 110 (1 Staffel)
Genre Science-Fiction, Action
Cast Dylan Hunt: Kevin Sorbo
Andromeda/Rommie: Lexa Doig
Seamus Zelazny Harper: Gordon Michael Woolvett
Tyr Anasazi: Keith Hamilton Cobb
Rebecca „Beka“ Valentine: Lisa Ryder
Rev Bem: Brent Stait
Laura Bertram: Trance Gemini

Die Waffen der „Andromeda Ascendant“ wecken einige Begehrlichkeiten in den kriegerischen Zeiten, die sich in den folgenden dreihundert Jahren entwickelt haben. Der Crew eines Bergungsschiffes gelingt es, das Kriegsschiff zu bergen, doch niemand hat damit gerechnet, dass sowohl KI als auch der Captain funktionsfähig sind und sich gegen das Ausschlachten ihres stolzen Ehrengardeschiffes zur Wehr setzen würden. Während der Guerillakrieg zwischen Besatzern und Besitzer eher zugunsten von Dylan Hunt verläuft, gelingt es dem jungen Ingenieur Seamus Zelazny Harper (Gordon Michael Woolvett aus The Guard), sich virtuell in die KI einzuloggen. Sein Verweilen in den Datenbanken ist allerdings nur kurz, bevor Andromeda ihn wieder entfernt, aber bei dieser Gelegenheit verliebt sich der autodidaktische Technikfreak in das dreidimensionale Abbild der KI.

Eine handfeste Manifestation

Natürlich geht der Sieg im Kampf um die „Andromeda Ascendant“ an die Guten, sprich: Captain Dylan Hunt und seine KI. Aber die Bösen sind eigentlich gar nicht so böse, und so hat Captain Hunt schnell eine neue Mannschaft an Bord, bestehend aus der Kommandeurin des Bergungsschiffes, Rebecca „Beka“ Valentine (Lisa Ryder aus Jason X), dem pelzigen Magog Rev Bem (Brent Stait aus Absolute Justice), der sich von seiner räuberischen Rasse abgewandt hat, dem Krieger Tyr Anasazi (Keith Hamilton Cobb aus Eyes Beyond Seeing) sowie der geheimnisvollen Trance Gemini (Laura Bertram aus Platinum). Und da ihn keine zehn Pferde mehr von Bord dieses Wunderwerkes an Technik bringen würden, wird Seamus Harper der neue Bordingenieur. Er stellt den humanoiden Avatar Rommie nach dem Hologramm von Andromeda her, was recht praktisch ist, da Rommie auf ihren Einsätzen außerhalb des Schiffes dabei sein kann und dank ihrer zusätzlichen Fähigkeiten wie Schnelligkeit oder Stärke oft eine große Hilfe und eine große Bereicherung für die kleine Crew ist.

Ein eigenständiger Klon

Der Avatar Rommie ist ursprünglich lediglich eine Personifizierung der KI Andromeda, die nur als Hologramm oder Monitorbild auftritt. Doch schnell stellt sich heraus, dass Rommie eine eigenständige Persönlichkeit entwickelt. Während Andromeda das mächtige Kriegsschiff sachlich und unemotional darstellt, zeigt Rommie menschliche Emotionen, sie verliebt sich sogar. Eines aber ist sowohl bei Rommie als auch bei Andromeda sehr stark ausgeprägt: ihre unerschütterliche Loyalität zu ihrem Captain.

Eine fragile Persönlichkeit als Abbild eines mächtigen Kriegsschiffes? Das scheint ein zu starker Gegensatz zu sein, doch hier in Gene Roddenberry’s Andromeda funktioniert das Konzept. Lexa Doig spielt sowohl die abgeklärte KI als auch den emotionalen Avatar perfekt. Das wird besonders dann deutlich, wenn sich Avatar, Hologramm und Monitorbild gegenüberstehen und sich austauschen. Sie sollten eine Einheit sein und sind doch unterschiedlich genug, um eigenständige Persönlichkeiten darzustellen. Und so bilden die kleinen Interaktionen die verborgenen Highlights dieser Serie.

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