Grey’s Anatomy – Staffel 13

Wer hätte beim Start anno 2005 gedacht, dass Grey’s Anatomy einen ähnlichen Erfolg wie Emergency Room erzielen würde? Seit über einem Jahrzehnt hält die Arztserie von Shonda Rhimes (Scandal, Private Practice) ihre Zuschauer bei der Stange. Im September 2016 startete in den USA die 13. Staffel der Erfolgsserie, welche wieder Ein- und Ausstiege einiger Darsteller mit sich brachte. Im Frühjahr 2017 folgte die Deutschlandpremiere und während in den USA gleichzeitig die 14. Staffel ihren Auftakt feierte, erschien Ende Oktober auch die DVD-Box von Staffel 13.

Alex hat den Anfänger Andrew DeLuca aufgrund eines Missverständnisses ins Krankenhaus geprügelt, was ihn möglicherweise seine Zulassung und seine Freiheit kosten wird. Meredith hat Angst, ihren besten Freund zu verlieren und kämpft mit ihren Gefühlen für Nathan Riggs, an dem jedoch auch Maggie Interesse hat. Zuletzt mischt Eliza Minnick das Programm zur Assistenzarztausbildung kräftigt auf und eckt damit bei den Oberärzten an…

Beziehungsstress³

Die 13. Staffel setzt nahtlos am Finale der vorigen Staffel an. Alex muss mit den Konsequenzen seiner Prügelattacke auf Andrew klarkommen und Meredith befürchtet, nach Cristina auch noch Alex zu verlieren. Derweil melden sich bei Amelia und Owen nach der abrupten Hochzeit heftige Kommunikationsprobleme. Die Frischvermählten streiten sich nur und Amelia muss Owen anvertrauen, was mit ihrem ersten Baby während ihrer Zeit in L.A. passiert ist. Das Drama um das in Fankreisen „Omelia“ genannte Paar wirkt schnell gestreckt und zerrt an der Geduld des Zuschauers. Leider wird dabei klar, dass die Beziehung der beiden viel zu schnell voranging und dass sowohl Owen als auch Amelia die Verhaltensweisen von Teenagern an den Tag legen, sorgt nicht dafür, dass es besser wirkt.

April bekam in der zwölften Staffel auf dramatische Weise die kleine Harriet, doch sie und Kindsvater Jackson sind bereits geschieden. Sie entscheiden sich, dennoch erst einmal zum Wohle des Babys zusammen zu wohnen. Dabei stellt sich jedoch eine Frage, die wohl selbst beim Unterschreiben der Scheidungspapiere nie verschwunden ist: Wieviel empfinden sie noch immer füreinander? In diesem Kontext gibt es auch endlich eine Folge, in der man mehr über Jacksons Vater erfährt. Diese wird mit einem spannenden medizinischen Fall gekoppelt, für den April und Jackson nach Montana reisen müssen. Für Hauptfigur Meredith Grey hat sich in der zwölften Staffel unverhofft eine kleine Liebschaft mit Nathan Riggs ergeben. Seit zwei Staffeln ist Merediths „McDreamy“ genannter Traummann Derek tot, weshalb sie nun ihre drei Kinder alleine großzieht. Nicht nur ihre eigenen Hemmungen stehen der neuen Beziehung im Weg, sondern auch ihre Schwester Maggie, die ebenfalls Interesse an dem Chirurg hat.

Neue Charaktere, neue Probleme

Als Neuzugang erwartet den Zuschauer die Chirurgin Eliza Minnick (Marika Dominczyk, auch bekannt aus Brothers & Sisters), welche das Assistenzarztprogramm umkrempeln möchte. Bei diesen kommt sie auch gut an, doch die Oberärzte gehen auf die Barrikaden. Denn langfristig soll Dr. Minnick auch den liebgewonnen Richard Webber ersetzen. Für Arizona steht somit ein neues Gefühlschaos an, denn Eliza hat starkes Interesse an ihr. Zunächst abweisend, wird sie irgendwann schwach, doch dies ist nicht einfach. Schließlich wird ihre neue Freundin im Krankenhaus geradezu gehasst und ihre Freundschaft mit Dr. Webber könnte dies ebenfalls gefährden. Seit dem Weggang von Callie bekommt Arizona nun ihre erste neue Freundin, doch leider gestaltet sich die Chemie der beiden Frauen als wenig ungezwungen.

Gleichzeitig erlebt der Zuschauer das Comeback einer alten Bekannten. Leah Murphy, die zum Ende der zehnten Staffel aufgrund von mangelnder Kompetenz entlassen wurde, kehrt ins Grey Sloan Memorial zurück. Jedoch sieht man sie in der gesamten Staffel nahezu gar nicht und es gibt auch keinerlei Interaktion mit den übrigen Charakteren. Hier stellt sich die Frage, was die Drehbuchautoren damit bezwecken wollten, da die weitere Abwesenheit der Figur nichts geändert hätte.

Probieren geht über studieren

Originaltitel Grey’s Anatomy
Jahr seit 2005
Episoden 294+ (14 Staffeln)
Genre Drama
Cast Meredith Grey: Ellen Pompeo
Alex Karev: Justin Chambers
Miranda Bailey: Chandra Wilson
Richard Webber: James Pickens Jr.
Owen Hunt: Kevin McKidd
Arizona Robbins: Jessica Capshaw
April Kepner: Sarah Drew
Jackson Avery: Jesse Williams
Maggie Pierce: Kelly McCreary
Amelia Shephard: Caterina Scorsone

Die 13. Staffel bietet zum ersten Mal in der Geschichte von Grey‘s Anatomy eine Folge, in der Meredith Grey nicht visuell zu sehen ist. Die Off-Stimme darf sie trotzdem machen, doch der Fokus liegt in jener zehnten Folge auf einem Fall im Gefängnis. Dabei besuchen Arizona Robbins, Jo Wilson und Miranda Bailey eine 16-jährige Straftäterin, die hochschwanger ist. Hierbei zeigen sich einige gesellschaftskritische Aspekte, was z.B. auch auf eine Folge zutrifft, in der ein kleiner Junge die Hilfe der Ärzte sucht. Er hat einen gefährlichen Hirntumor, doch seine streng gläubigen Eltern verweigern die Operation.

Auffallend ist ebenso eine Folge, die sich einer einzigen Operation widmet. Die Ärzte sind lediglich in diesem OP und erleben dabei Flashbacks. Richard denkt an seine Mutter, während Meredith sich daran erinnert, wie sie ihren Kindern den Tod von Derek beibrachte. Dies sind neue Szenen, die man zuvor noch nicht so sehen konnte. Innerhalb der dreizehnten Staffel werden auch die Adoptiveltern von Maggie gezeigt, woraus ein gesamter Handlungsbogen resultiert. Maggies Mutter hat Krebs, was diese ihr jedoch zunächst verschweigt. Als sie es erfährt, bricht eine Welt für sie zusammen, denn ihrer Mutter kann nicht mehr geholfen werden. Letzten Endes stirbt sie.

Goodbye, Dr. Edwards!

Stephanie fühlt sich unterdessen zunehmend unwohl im Krankenhaus, obwohl sie im letzten Jahr ihrer Ausbildung ist. Sie überschreitet Grenzen und auch ihre beste Freundin Jo kommt kaum noch an sie heran. Diese hat schließlich eigene Probleme, denn nach der Prügelattacke von Alex möchte sie nichts mehr von ihm wissen. Immerhin war sie bereits mit einem gewalttätigen Mann verheiratet – besser gesagt, sie ist es noch immer. Alex erfährt dies innerhalb der Staffel und sucht nach dem Schläger.

Wie bereits im Vorfeld bekannt wurde, ist dies die letzte Staffel für Dr. Stephanie Edwards. Im Zuge dessen darf sie die Hauptrolle im dramatischen Finale spielen. Ein Vergewaltiger entführt sie und ein kleines Mädchen. In der Not entfacht Stephanie ein Feuer, welches sich jedoch schneller ausbreitet als gedacht. Sie wird dabei schwer verletzt und das Krankenhaus zum Teil zerstört.

Die dreizehnte Staffel empfinde ich zu Beginn als sehr zäh. Während die vorige Staffel durchweg unterhalten kann und zeigt, dass Grey’s Anatomy auch ohne Derek Shephard funktioniert, so will diese Staffel erst einmal gar nicht zünden. Zu nervig sind die Beziehungstechtelmechtel, wovon ich besonders Amelia und Owen nie leiden konnte, obwohl ich zumindest Erstere als einzelnen Charakter sehr schätze. Für mich haben beide Charaktere nie zusammengepasst und die Chemie wird hier nicht gerade mehr. Ähnliches gilt dann auch für Meredith und Nathan, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, an Merediths Seite jemand anderen als Derek zu sehen. Ich wünsche mir durchaus, dass sie wieder glücklich wird, aber die Kombination mit Nathan ist da nicht die beste Idee. Positiv sind die Versuche für einzelne, andere Episodenkonzepte, die zum Großteil auch wirklich zünden können. Im Gegensatz zu vielen anderen Fans hab ich nicht einmal so das Problem mit Eliza Minnick, vor allem weil ich das Verhalten mancher Oberärzte in diesem Kontext tatsächlich unfassbar kindisch finde. Die zweite Hälfte präsentiert dann auch wieder interessantere Fälle und spannende Charakterinteraktionen, denn ehrlich gesagt ist das Drama um Alex zu Beginn auch nicht gerade das Wahre. Als unschön empfinde ich dann auch, dass Jo und Alex nicht weiter zusammen sind, stattdessen jedoch Andrew Gefühle für Jo entdeckt.  Zum Schluss ist das Finale extrem gelungen und wirklich spannend inszeniert. Da kommt endlich wieder richtiger Nervenkitzel auf. Letzten Endes ist die 13. Staffel eine der schwächsten Staffeln im Laufe von Grey’s Anatomy, entfaltet jedoch in einzelnen Folgen wieder richtige Stärken und kann mit der zweiten Hälfte sowie dem Finale einiges retten.

 

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Ayla

Ayla ist Schülerin und beschäftigt sich hobbymäßig mit allen möglichen Medien, ohne dabei Beschränkungen zu kennen. Dennoch ist sie vor allem ein Serien- & Game-Junkie und liebt besonders actionreiche und dramatische Inhalte, wobei sie gleichzeitig für viele kindliche Themen zu haben ist, weshalb sie weiterhin großer Disney-Fan ist. Abseits ihrer Leidenschaft des Sammelns ihrer Lieblingsmedien schreibt Ayla gerne selbst Geschichten oder zeichnet Bilder, um sich so zu entspannen.

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Prinzessin Blaubeere
Redakteur

Ich war ziemlich überrascht, dass mir die Staffel überhaupt gefällt. Die schwächste war für mich eher die 12…vielleicht auch schon die 11. Liegt aber daran, dass ich Cristina so schrecklich vermisse und Derek gegen Ende furchtbar war. Ich hatte eher erwartet, dass es ohne Derek gar nicht mehr funktionieren könnte. Aber erstaunlicherweise fehlt er mir so gut wie gar nicht. o.o
Es ist und bleibt einfach GA; eigentlich ist es sogar ganz erfrischend, wenn der Fokus sich auf andere Charaktere legt. Obwohl mich Minnick echt aufgeregt hat. Wenn schon so viele Charas gehen müssen, dann soll wenigstens die Krankenhausstruktur gleich bleiben. xD
Gebe dir aber auf jeden Fall mit Nathan recht. Er und Meredith passen so gar nicht zusammen.

Misato
Redakteur

Ich schaue GA seit Beginn und mittlerweile halte ich besonders Meredith Grey für eine der besten Serienfiguren überhaupt. Aber wer hat schon über zehn Jahre Zeit für eine stetige Entwicklung? Sie ist sehr weit gekommen, als Ärztin, als Person, als Familienmensch, als Freund, als Mentor – fabelhafte Gesamtvorstellung und Ellen Pompeos Stimme hat nach all den Jahren etwas sehr beruhigendes für mich.

Auf und Ab gab’s ja schon immer und jeder hat eben so Lieblingscharas und die weniger geliebten Figuren – aber Staffel 13 fand ich so richtig zum abgewöhnen. Danke hier für die Erwähnung der etwas besonderen Folgen. Besonders Folge 10 im Gefängnis halte ich für eine der besten der Serie. Die volle Zeit für einen Fall genutzt und Bailey, Robbins und Wilson kommen verändert von diesem Vorfall zurück. So erzählt man Stories! Auch die Flashback Sache war cool, weil es einen persönlichen Einblick erlaubte.

Aber die Hauptstories… kindisch ist gar kein Ausdruck für dieses HickHack mit Minnick. Die Idee klingt auf dem Papier ganz nett, neue Ärtin mit neuem Konzept, ein bisschen mit den Alteingesessenen reiben. Aber es wurde so unendlich aufgeplustert.
Es war einfach verdammt schlechtes Timing. Das Finale von S12 positioniert vor allem Amelia und Jo mit deren Beziehungen neu und *schwupps* genau die beiden Schauspielerinnen sind dann schwanger. Bisher ging GA mit Schwangerschaften immer gut um (die viel essende Lexie, Leberspende von Meredith, Arizona immer wieder mal hinter Props verschwinden lassen). Aber hier sind Jo und Amelia abgetaucht und alles wurde auf die Männer abgewälzt. Ich bin ja auch kein Fan von Owen, aber der hätte hier mal mehr verdient.

Ich war dann dieses Mal zwischen den Staffeln auch gar nicht so betrübt über die Wartezeit, denn zum ersten Mal hat mir GA kaum Spaß gemacht. Aber für S14 ist nun Krista Vernoff in der Produktionsriege wieder dabei und wow, das hat mich bisher richtig mitgerissen.
Allerdings hab ich auch ein gewisses Wohlwollen für Staffel 13 übrig – ich meine, hallo, bei all den Dingen, die heute schon nach nur einer Staffel abgesetzt werden? Stolzes Alter. Wir haben einen wahnsinnigen Überschuss an Serien heutzutage und es ist schön, wenn man etwas längerlebiges verfolgen kann und sich irgendwann mit den Figuren so wohl fühlt.