Bad Apple Wars

Was passiert, nachdem ein Mensch gestorben ist? In Bad Apple Wars landet er zumindest in der NEVAEH Akademie, die ihn auf die Wiedergeburt vorbereiten soll. Diese ungewöhnliche Visual Novel wurde im Oktober 2017 von Aksys Games veröffentlicht und der Leser verfolgt die Protagonistin auf ihrem Weg in dieser bizarren Schule.

    

Auf dem Weg zur Schule gerät Rinka in einen Autounfall. Als sie wieder zu sich kommt, findet sie sich an einer merkwürdigen Schule wieder. Der Lehrer hat einen Hasenkopf und der Himmel ist blutrot gefärbt. Ihr wird erklärt, dass sie sich an der NEVAEH Akademie befindet und es eine Schule ist, an der man nach seinem Tod kommt. An der Einführungszeremonie wird noch einmal deutlich, wie seltsam dieser Ort doch ist. Hier gibt es die Präfekten, die Schüler bestrafen, die gegen die Regeln verstoßen, und es gibt die Bad Apples, die mit voller Absicht die ganzen Vorschriften brechen. Mittendrin ist Rinka, die noch immer glaubt, dass alles ein böser Traum sei und sie nur endlich aufwachen muss.

Bad Apple oder Goodie?

Rinka muss sich entscheiden, ob sie eine Präfektin sein will oder doch lieber zu den Regelbrechern gehören möchte. Das beeinflusst nicht nur die Geschichte, sondern auch die Herrenauswahl. Als Goodie kann sie sich zwischen White Mask alias Shou Watase  und Satoru entscheiden, während Alma, Shikishima und Higa nur als Bad Apple zur Verfügung stehen. Als Präfektin muss sie Schüler bestrafen, Rundgänge machen und die Klassen überwachen. Aber sie macht hier einen eher schlechten Job, da sie es für fragwürdig hält andere zu schlagen. Bei den Bad Apples fühlt sie sich etwas wohler, allerdings jammert sie oft, wie leer sie doch sei und sie nicht dorthin gehöre. Rinka ist aber essentiell für das Brechen der sieben unzerstörbaren Regeln, denn nur dadurch können sie an den verbotenen Apfel gelangen. Von diesem versprechen sie sich, dass er sie wiederbelebt.

Soul Touch System, die Karte und wenig Selbstbestimmung

Originaltitel Bad Apple Wars
Jahr 2016 (J), 2017 (D)
Plattform PlayStation Vita
Entwickler Otomate
Publisher Aksys Games
Genre Visual Novel
Spieler 1

Sehr viele Entscheidungen hat man als Leser hier nicht zu treffen. Stattdessen wählt man die Route anhand der Karte, die die Örtlichkeiten der Schule wie z.B. die Bücherei oder das Schultor aufzeigt. Diese sind farblich nach den Herren gekennzeichnet, so sind Alma rot und White Mask grau dargestellt. Weiterhin benutzt diese Visual Novel die Touchscreen-Funktion, mit dem sogenannten Soul Touch System berührt man den männlichen Charakter innerhalb eines CGs an diversen Körperstellen. Klingt perverser, als es ist, auch wenn bei den letzten beiden Seelenberührungen Rinka und ihr Erwählter nackt sind.

Tragische Schicksale

Von Unfalltod bis hin zum Selbstmord ist alles vertreten und so mit einer gewissen Tragik verbunden. Alma ist ein Jahr nach dem Tod seiner großen Liebe vom Dach gesprungen, weil er bemerkt hatte, dass er sie so langsam vergisst und er lieber jetzt einen Schlussstrich zieht, bevor er sich gar nicht mehr an sie erinnert. Shikishima starb an Tuberkulose und hinterließ ein unfertiges Bild. Währenddessen starb Higa bei einem Unfall, ähnlich wie Rinka. Satoru hat sich schlichtweg überarbeitet, weil er ständig nur lernte und keine Pausen machte. Er hat es auch sehr spät realisiert, dass er überhaupt gestorben war.

Auch jeder andere der Schüler der NEVAEH Akademie ist dort gelandet, weil sie viel zu früh verstorben sind und ihr Potenzial nicht ausschöpfen konnten. Deshalb werden sie für die anstehende Wiedergeburt vorbereitet, in dem sie ihr Selbst loslassen und zu gesichts- wie charakterlosen Seelen werden. Denn nur, wenn sie all ihren Schmerz und Hoffnungen vergessen, können sie die Schule abschließen.

Mir gefällt Bad Apple Wars aufgrund der ungewöhnlichen Thematik und den Charakteren gut, es hat allerdings die eine oder andere Schwäche. Mich hätte schon der Tod von White Mask interessiert, so kann man als Leser annehmen, dass er von Kirschblüten erschlagen wurde. Es ist schon etwas unbefriedigend, so in der Luft hängen gelassen zu werden. Weiterhin nervt die musikalische Untermalung manchmal dezent, die traurigen Stücke und der Insertsong sind schön, doch die restlichen Stücke sind für meinen Geschmack zu anstrengend. Dennoch habe ich das Spiel zu 100% durchgeschafft, einfach weil ich die Geschichten so berührend finde und ich musste mehr als nur einmal Tränen unterdrücken. Rinka ist eine halbwegs annehmbare Protagonistin, die auch je nach Route mal mehr oder weniger Stärke zeigen kann. Außerdem gibt es einige namhafte Synchronsprecher wie Tomokazu Sugita Gintoki Sakata aus Gintama, Joseph Joestar aus JoJo’s Bizarre Adventures) oder Akira Ishida (Gaara aus Naruto, Shuusei Kagari aus Psycho-Pass), die die Visual Novel für mich zusätzlich aufwerten.

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Taria

Taria arbeitet seit einigen Jahren für einen großen Automobilzulieferer in der Produktion. Abseits von der Arbeit beschäftigt sie sich in ihrer Freizeit vor allem mit Manga, Animes und Videospielen, in diesen Bereichen hat sie genretechnisch einen sehr breiten Geschmack bewiesen. Weiterhin sammelt sie gerne Figuren und anderes Merchandise von den Serien Gintama und JoJo's Bizarre Adventures.

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