Aldnoah.Zero – Staffel 1

Deutsche Mecha-Fans können sich freuen, denn ab dem 23. Februar 2018 veröffentlicht KAZE Anime endlich die zweite Staffel von Aldnoah.Zero auf DVD und Blu-Ray. Das bedeutet, dass wir nach drei Jahren Wartezeit endlich erfahren werden, wie der Kampf zwischen Erde und Mars ausgehen wird. Und ob das schockierende Ende der ersten Staffel uns ein wenig Hoffnung auf einen guten Ausgang gelassen hat. Doch blicken wir erst einmal zurück zu den Anfängen des Animes, als Inaho Kaizuka noch ein ganz normaler Junge war und noch keine Bekanntschaft mit einer Prinzessin und ihren Rittern gemacht hatte.

    

Im Jahre 1972 entdeckte die Menschheit auf der Rückseite des Erdmondes ein Hypergate mit dem es möglich war in wenigen Sekunden zum Mars zu kommen. Auf dem Feuerplaneten fanden Forscher ein alte ausgestorbene Zivilisation, die eine besonders hochentwickelte Technologie benutzt hat: Aldnoah. Die Siedler, die sich auf dem Mars niederließen, wurden zum Kaiserreich Vers und erklärten 1999 der Erde den Krieg. In den darauf folgenden Kampfhandlungen geriet das Hypergate auf dem Mond außer Kontrolle und pulverisierte den halben Erdtrabant — der „Heaven’s Fall“, wie er in die Geschichtsbücher einging. Es folgte ein Waffenstillstand, der jedoch nach 15 Jahren gebrochen wird, weil die auf die Erde gereiste Prinzessin Asseylum Vers Allusia bei einem Terrorattentat umgebracht wird. Die im Erdorbit stationierten Vers-Ritter erklären daraufhin der Erde erneut den Krieg und stürzen sich mit ihren Landungsschiffen auf die Oberfläche. Inmitten all der Kriegshandlungen muss sich der 15-jährige Inaho Kaizuka in einem großen orangefarbenen Kampfroboter, genannt Kataphrakt, durchschlagen.

Rationalität gegen Emotionalität

Inaho Kaizuka, der von seiner älteren Schwester liebevoll nur Nao genannt wird, ist ein rational denkender Mensch, der in allen Lebenslagen die Ruhe weg hat und daher auf die Zuschauer sehr unterkühlt wirkt. Während einige mit seiner Art klar kommen werden, werden andere sich lieber dem emotionaleren Slaine Troyard zuwenden, der ein Freund und Diener der Marsprinzessin ist. Sein Vater, vom Beruf Wissenschaftler, ist vor Jahren zum Feuerplaneten aufgebrochen und seitdem muss der Erdling die Beleidigungen der Vers Ritter über sich ergehen lassen. Nur seine heimliche Liebe und Hochachtung für Asseylum hielten ihn am Leben, doch als die Prinzessin von Raketen getötet wird, setzt er alles daran, sie zu rächen. Schon am Ende der ersten Folge werden jedoch beide Jungen feststellen, dass die Adlige vom Mars nicht gestorben ist.

Die verräterischen Ritter

Bei der Evakuierung der Bevölkerung von Inahos Heimatstadt trifft der Junge auf zwei Mädchen. Bei der Älteren stellt sich heraus, dass sie die Vers Prinzessin ist. Aus gesundheitlichen Gründen saß sie nicht im Auto, welches von den Attentätern in die Luft gesprengt worden ist. Da der in der Stadt wütende Marsritter Trillram beim Anblick der sich zuerkennen gebenden Prinzessin, diese umbringen will, beschließen Inaho und Asseylum das Geheimnis um ihre wahre Identität erst einmal für sich zu behalten. Slaine, der im Transportflieger Trillrams Kampfroboter zum Schlachtfeld gebracht hat, erfährt von dem besiegten Ritter, dass es die Vers Ritter waren, die das Attentat geplant haben. Als Freund der Prinzessin erschießt Slaine den Besiegten und beschließt, die Prinzessin alleine zu suchen. Einen Anhaltspunkt hat er: ein orangefarbener Kataphrakt hat den Vers Mecha trotz seiner Überlegenen Aldnoah-Technologie besiegt.

Die ausgefallenen Kampfroboter des Mars

Originaltitel Aldnoah.Zero
Jahr 2014
Episoden 12 / 24
Genre Action, Mecha, Science-Fiction
Regisseur Ei Aoki
Studio A-1 Pictures, TROYCA

Die überragende Aldnoah Technologie, die von den Adeligen der Vers-Familie und deren Ritter eingesetzt werden kann, erweist sich auf den ersten Blick als große Kraft. Doch hat auch sie ihre Schwäche. Die arroganten Marsritter stellen sich in ihren protzigen Mechas Inaho entgegen, doch bleibt dieser wie immer ruhig und denkt vor allem nach. Gerade das macht den Flair der Kämpfe hier aus, denn anstatt dass sich gewaltige Roboter gegenseitig die Köpfe einschlagen, sind es ausgefeilte Techniken, die dem Jungen die Siege bringen. Besonders sticht heraus, dass er seine Erfolge nie alleine sondern nur mit Hilfe seiner Freunde, Klassenkameraden oder anderen Mitgliedern des Militärs einfährt. Spannend sind die Konfrontationen allemal, da nie so einfach klar ist, welche Schwäche der Gegner hat. Alleine Ritter Trillrams Kataphrakt besitzt ein undurchdringliches Schild, das durch keine Erdmunition durchschlagen werden kann. Was für Mechafans besonders erfreulich sein wird ist, dass seit dem „Heaven’s Fall“ alle Schüler ein Militärtraining absolvieren müssen. Das setzt auch Kataphrakt-Training voraus. Im Gegensatz zu vielen anderen solcher Animes bringt Inaho also ein gutes Grundverständnis mit.

Die Schicksale der Figuren

Neben den gut durchdachten Kämpfen überzeugt auch die Handlung, die von der ersten Folge an den Zuschauer zu packen weiß. Da nicht klar ist, welche der Vers Ritter am Attentat beteiligt sind, muss Slaine alleine agieren. Dass das nicht lange gut geht, ist vorhersehbar, doch nicht in welcher Form. Inaho und seine Freunde kämpfen hingegen lange Zeit nur um das Überleben und geraten von einem Problem ins nächste. Die Spanungskurve geht daher kaum nach unten. Trotzdem bleibt auch Zeit für Charakterentwicklung. Neben den drei Hauptcharakteren sind auch die Nebenfiguren gut ausgearbeitet. Ob es nun Kouichirou Marito ist, der vor 15 Jahren als Einziger seiner Einheit einen Vers-Angriff überlebt hat, oder Rayet Areash, geborene Marsianerin, deren Vater das Attentat auf die Prinzessin durchgeführt hat und der dann von Ritter Trillam ausgelöscht worden ist. Auch auf Seiten der Vers Ritter ist nicht alles einfach nur schwarz. Ritter Cruhteo, dessen Landungsschiff in Inahos Stadt gelandet ist, ist mehr als nur ein arroganter Kerl. Während man lange davon ausgeht, dass er zu den Verschwörern gehört, stellt sich leider erst viel zu spät heraus, dass er ein treuer Vasall der Prinzessin ist. Umso tragischer, dass diese Erkenntnis erst ans Licht kommt, als dieser Slaine fast zu tote gefoltert hat. Hingegen stellt sich Ritter Saazbaum als Verräter heraus, doch sind seine Motive nicht einfach nur böse. Im Gegenteil, die einfache Bevölkerung von Vers leidet und die Erde bietet hingegen Wohlstand im Überfluss.

Das unvergessliche Staffelfinale

Wer die erste Staffel von Aldnoah.Zero angeschaut hat, wird am Ende der letzten Folge geschockt zurück bleiben. Die Spannung nimmt noch mal gewaltig zu und vor allem kommt es zum lang ersehnten Aufeinandertreffen und Wiedersehen. Während Inaho es mit Ritter Saazbaums Übermecha zu tun hat, versucht die Prinzessin den Aldnoahkern des Landungsschiffes lahm zu legen, damit die Erdstreitkräfte siegen können. In all dem Gewimmel ist Slaine auch unterwegs und rettet Ritter Saazbaum sogar. Für den Zuschauer ist zwar nicht ganz klar, was in dem Jungen vor sich geht, doch muss man sagen, dass von allen Rittern dieser als einziger nett zu ihm war. Trotzdem wäre es besser gewesen, wenn Inaho den Feind besiegt hätte. Denn Saazbaum erschießt die Prinzessin, woraufhin Slaine ihn erschießt. Der verletze Inaho versucht mit letzter Kraft zur Prinzessin zu kriechen, doch kommt er nicht weit, denn Slaine stellt sich mit gezogener Waffe hinter ihn. Es ist das erste Mal in der Serie, dass sich diese beiden Charaktere von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen. Umso dramatischer ist es, dass beide nur das Beste für die Prinzessin wollen und sich in diesem Augenblick aus Gegner gegenüber stehen. Das letzte, was der Zuschauer hört, sind Schüsse.

Der Meister der guten Geschichten

A-1 Pictures (Sword Art Online) liefern mit Aldnoah.Zero einen Original-Anime ab, der auf keiner anderen Vorlage basiert. Das Drehbuch stammt vom Gen Urobuchi, der sich mit den Arbeiten an Puella Magi Madoka Magica, Psycho-Pass und Gargantia on the Verdurous Planet viele Fans gesichert hatte. Auch bei diesem Anime merkt man seine Handschrift, doch musste sich der Mann einiges nach dem Ende der letzten Folge anhören. Dabei entsprach das Ende nicht dem, was er geschrieben hatte. Warum genau Regisseur Ei Aoki (Fate/Zero) sich für diese Variante entschieden hat, ist leider nicht bekannt. Doch man kann mutmaßen, dass der Erfolg der ersten Staffel, eine zweite Staffel mit sich ziehen sollte. Das Ende von Urobuchi hätte hingegen mit Folge 12 die Geschichte zu Ende erzählt.
Das Original-Charakterdesign stammt von Takako Shimura, die vor allem für ihr Werk Hourou Musuko bekannt ist. Der ausgefallene markante Soundtrack, der viele Fans gefunden hat, stammt von Hiroyuki Sawano (Kabaneri of the Iron Fortress). Ähnlich wie bei Attack on Titan vermischt er verschiedene Sprachen, so dass es Liedtexte gibt, die aus Englisch, Japanisch und Deutsch bestehen. Neben den eingängigen Endings “A/Z” und “aLIEz”, die von ihm und der Sängerin Mizuki stammen, bleibt vor all der Song “[email protected]//LESS” in Erinnerung. Dieser wird während der spannenden Kämpfe gespielt und gibt den Szenen noch mal eine besondere Stimmung, da der Gesang von Mika Kobayashi gut harmoniert. Das Opening “heavenly blue” wird von der Gruppe Kalafina (Katsugeki/Touken Ranbu) gesungen und bringt einen guten Grundbeat mit, der auf die Folgen einstimmt.

Die Stimmlagen

Die Deutsche Sprachfassung von TV+Synchron GmbH aus Berlin ist sehr angenehm. Die Sprecher sind gut ausgewählt und passen bei den Haupt- und Nebencharakteren. Die emotionslose Stimme von Inaho Kaizuka, der im Japanischen von Natsuki Hanae (Takumi Aldini, in Food Wars!) und im Deutschen von Maximilian Artajo (Ikuya Kirishima in HighSpeed!: Free! Starting Days) gesprochen wird, passt perfekt. Slaine Troyard wird im Original von Kensho Ono, den Kuroko’s Basketball Fans von seiner Rolle als Tetsuya Kuroko kennen werden, gesprochen. In der deutschen Fassung spricht ihn Sebastian Fitzner, den Animefans von seinem Job als Ciel Phantomhive aus Black Butler kennen werden. Sora Amamiya (Touka Kirishima in Tokyo Ghoul) verkörpert im Japanischen Prinzessin Asseylum Vers Allusia, während Josephine Schmidt (Leila Malcal in Code Geass: Akito the Exiled) sie im Deutschen spricht. Eine regelrechte Starbesetzung bekam der Charakter Ritter Cruhteo, denn mit Peter Lontzek hört man die deutsche Stammstimme von Tom Hiddleston (Thor). Neben den Sprechern wurde auch gut darauf geachtet, die Begriffe richtig zu übernehmen. So bleibt „Heaven’s Fall“ auch in dieser Fassung in der englischen Sprache.

Bei Mecha-Animes bin ich nie weit weg und die erste Folge von Aldnoah.Zero hatte mich sofort gepackt, denn alleine die spektakulären Landungen der Vers-Schiffe sind eine Augenweide. Auch wenn Inaho viele als zu emotionslos finden, mag ich ihn gerade deswegen. Er denkt nach und benutzt seinen Verstand, was ich bei Figuren immer sehr mag. Slaine ist auch sehr sympathisch, denn er ist ein gutes Gegenstück zum Nachdenker Inaho. Ich habe oft mit ihm mitgelitten, denn sein Schicksal ist wirklich nicht ohne. Mit der Prinzessin habe ich hingegen große Probleme, da ich sie auf der einen Seite als langweilig empfinde und auf der anderen Seite als zu rund. Sie hat keine einzige negative Eigenschaft und das finde ich einfach nicht gut. Viele der Nebenfiguren sind angenehm und gerade, dass neben den Kindern auch Erwachsene wichtige Rollen inne haben, passt für mich. Die Mecha-Kämpfe finde ich alle richtig spannend gemacht und es gibt immer wieder tolle Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Von dem überraschenden Ende mal ganz abgesehen! Ich weiß noch, wie geschockt ich vor meinem Laptop saß, als Slaine seinen letzten Schuß abgibt. Schon wieder stirbt mein Lieblingscharakter!  Das Charakterdesign ist total nach meinem Geschmack und selbst die Mechas finde ich einmal ansehnlich, was nicht oft vorkommt. Ich muss übrigens immer wieder lachen, wie sehr Inaho an seinem orangefarbenen Kataphrakt hängt. Der Soundtrack ist richtig klasse und ich höre ihn mir auch außerhalb der Serie gerne an. Zu meinen Lieblingsstücken gehört „aLIEz“ und „[email protected]//LESS“, aber auch das Opening von Kalafina ist ganz nach meinem Geschmack. Die deutsche Sprachfassung gefällt mir sehr gut — ich habe sehr lachen müssen, als Cruhteo jenes erste Mal den Mund aufgemacht hat — und ich kann auch sagen, dass die BR-Ausgabe von KAZE Anime sehr schick ist. Die orangefarbene Box fällt auf jeden Fall im Regal auf und die Wendecover mit dem Charakteren sind um einiges besser als die Motive mit den Mechas.

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Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen vom Manga Kenshin an Samurais verloren.

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Alva Sangai
Redakteur

Muss die 1.Staffel von Aldnoah.Zero noch weiterkaufen. Schön, das auf Volume 2 Slaine drauf ist. *O* Habe bisher nur die erste Volume gesehen. Bin gespannt wie mir die Serie dann im gesamten gefallen wird. Slaine mag ich, aber Inaho finde ich erstmal nicht so interessant.