Just Because (Folge 11)

Roundabout – Im Kreisel der Gefühle befinden sich auch Natsume und Eita in Folge 11 von Just Because. Und das ausgerechnet, als die große Stunde der Aufnahmeprüfungen gekom­men ist. Doch auch Ena steht eine große Entscheidung bevor.

Bei soviel Herzschmerz müssen wieder einmal die Freunde ran: doch auch Hazuki und Haruto haben noch an den Geschehnissen ihres letzten Treffens zu knabbern. So widmet sich die erste Hälfte der Folge in beinahe gewohnter Manier den zahlreichen Begegnungen der Figuren. Und dennoch wirkt die Geschichte um Hazuki und Harutos Zukunft fast wie ein Nebenschauplatz. Bei noch einer ausstehenden Folge ist mittlerweile klar, um wen sich das finale Drama drehen wird.

Lastende Stille

Und das entfaltet sich bereits im zweiten Teil der aktuellen Episode von Just Because. Dabei ver­stummen dann auch alle Dialoge – es ist Prüfungszeit. Doch in den Köpfen von Natsume und Eita, da ist es keineswegs still. Beiden schwirren die Worte des jeweils anderen von ihren jüngsten Begegnungen im Kopf herum. Für beide ist das Ergebnis der Prüfungen nicht nur entscheidend für die jeweils eigene Zukunft, sondern auch für ihre Herzensangelegenheiten. Und beide ahnen nicht, welche Komplikationen ihre eigene Verschwiegenheit dem anderen Gegenüber bringen können, als sie erschöpft das letzte Blatt des Prüfungsbogens zuschlagen. Aber auch für Ena, die dritte im Bunde dieses Liebesdramas, steht die Entscheidung über Sieg oder Niederlage beim Fotowettbewerb unmittelbar bevor. Doch auch für sie wäre dieser Sieg mit weiteren Konsequenzen verknüpft.

Und so nimmt das Drama also seinen Lauf. Dabei kann man die elfte Folge von Just Because am besten mit den Worten „Ruhe vor dem Sturm“ beschreiben. Dennoch empfinde ich sie nicht als zu langatmig, vor allem dank der Parallelstruktur des Plots am Prüfungstag. Natsume und Eita gehen hier den gleichen Weg, und beide wünschen sich, das er sie einander endlich nahe bringt. Ob sich dieser Wunsch der beiden erfüllt, bleibt aber weiterhin völlig offen. Die Serie schafft es also, diese zentrale Frage der Geschichte bis an deren Ende zu schieben, ohne dabei die Nerven des Zuschauers oder dessen Geduld allzusehr zu strapazieren, wie ich finde. Und dann wäre da ja noch Ena, die für mich in dieser Folge schon fast wie eine faire Verliererin wirkt, die der stärkeren Kontrahentin den Vortritt lässt. Wird sich der Publikumsliebling am Ende geschlagen geben? Oder hält die letzte Folge dieses Slice-of-Life-Liebesdramas noch eine Überraschung bereit?

Zweite Meinung:

Quälend langsam entfaltet sich die Zeit bis zu den Prüfungen, allerdings nicht in Richtung Langeweile. Die Nerven des Zuschauers werden arg beansprucht, während Eita und Natsume sich unaufhaltsam ihren jeweiligen Aufnahmetest nähern. Worte bleiben ungesagt, die manches erleichtert hätten, aber dann gäbe es natürlich auch kein Drama. Und doch sind da auch Hoffnungen zu spüren, fast schon Freude darauf, mit der sicheren Rückendeckung eines Prüfungsergebnisses den Gefühlen endlich Raum geben zu können. Nur Ena verzichtet auf diese Absicherung, sie hält sich nicht an ihre eigene Vorgabe und geht mit dem Moment. In diesem verstrickten Gefüge zwischen Ena, Eita und Natsume wirken Hazuki und Haruto wesentlich gesetzter und fortgeschrittener, denn ihr Beziehungsstatus ist klar definiert. Die beiden vermitteln eine Stabilität, die dem Anime gut tut, denn durch sie wird deutlich, dass es durchaus andere Möglichkeiten gibt, miteinander umzugehen, und das hält die Geschichte in einer ausgewogenen Balance. Ich muss zugeben, dass ich die Entwicklung bei Eita und Natsume mit Bangen betrachtet habe. Ena ist mein Favorit in diesem Anime, ich mag die Stimmung, die zwischen ihr und Eita herrscht, und ehrlich gesagt kann ich Natsume nicht wirklich leiden. Und doch sieht es jetzt so aus, als wenn sich da zwei finden, die ich nicht zusammen sehen möchte. Hoffentlich weiß die letzte Episode noch zu überraschen.

Sharing is caring / Artikel teilen:
  •  
  •  
  •  

nightfury

nightfury liebt Geschichte(n), gibt aber auch gerne seinen eigenen Senf dazu: er verkriecht sich für seine Doktorarbeit in staubige Archive und philosophiert viel zu lange über das Werk, das er konsumiert hat. Leider mag er auch Sprachen und ist ein Grammatik-Freak, weshalb kein Text vor seinem Pedantismus sicher ist. Wenn er mit seiner Besserwisserei dann endlich am Ende ist, hört er auch gern mal den Anderen zu oder spielt ihnen mit seiner Westerngitarre Lieder von Johnny Cash vor.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: