Chocolate Vampire

Wenn der Tokyopop Verlag einen Manga im Sauseschritt nach Deutschland holt, dann muss er heißersehnt sein. Kyoko Kumagai machte sich schon mit ihrem Zeitreise-Hit Miyako – Auf den Schwingen der Zeit einen Namen. Das wurde nocheinmal richtig gefeiert, indem die Mangaka von Tokyopop auf die Leipziger Buchmesse 2017 eingeladen wurde und einige Fans dadurch Shikishi (Autogramme) von ihr ergattern konnten. Doch jetzt widmet sich Kyoko Kumagai ganz den Vampiren in Chocolate Vampire. Der erste Band ihrer neuen Serie ist am 14. Dezember 2017 in Deutschland erschienen und handelt von dem Menschenmädchen Chiyo, das einen folgenschweren Fehler in ihrer Kindheit begeht. Einen Pakt zu schließen ist nämlich einfach, aber ihn zu lösen, nicht unbedingt. Ob sie auf Ewigkeiten an den Vampir Setsu gebunden sein wird?

    

Alles beginnt mit einer flüchtigen Liebe im Kindesalter. Das Menschenmädchen Chiyo und der Vampir Setsu können nicht ohne einander. So schließen sie einen Blutspakt, der sie aneinanderbindet. Die Situation ändert sich später, als Chiyos Eltern von Vampiren getötet werden und sie nur noch Hass für die Blutsauger empfindet. Sie will den Vertrag mit Setsu lösen, aber er denkt gar nicht daran, seine Beute loszulassen. Doch mit der Zeit realisiert sie, dass der Blutspakt auch einige Vorteile für sie bietet. Außerdem muss sie sich nach wie vor mit einer Frage auseinandersetzen: Empfindet sie wirklich keine Gefühle mehr für Setsu?

Kontrolliert von einem Vampir

“Article Blood“, so nennt sich der Pakt, den Chiyo mit Setsu schloss. Die beiden tauschten ihr Blut untereinander, was zur Folge hat, dass Setsu nur noch ihren Lebenssaft trinken kann. Sie bereut den Bund allerdings täglich, seit ihre Eltern von einem Vampir getötet wurden. Zudem ist Setsu in der Lage, ihren Körper zu kontrollieren, was ihr so gar nicht gefallen will. Besonders, wenn er es in der Öffentlichkeit tut. Chiyo gehört zur Campus-Sicherheitstruppe, um andere Schüler zu beschützen, die von Vampiren angegriffen werden. Vampire, die ihren Hunger nicht stillen können, verfallen in einen Blutrausch und werden zu wilden Tieren, die Amok laufen. Kishi, der Kommandant der Sicherheitstruppe, steht Chiyo zur Seite. Außerdem trägt sie eine Waffe mit sich, mit der sie auf Vampire schießen kann, wenn es von Nöten ist. Mit der Zeit fällt auf, dass andere Mädchen gerne Vampiren ihr Blut zur Verfügung stellen und sich daher auf dem Schulhof den Kagarizuki-Brüdern anbieten, zu denen auch Setsu gehört. Das Ganze entwickelt sich zu einem regelrechten Trend, bei dem Menschenmädchen versuchen, einen Bund mit einem Vampir zu schließen. Kein Wunder, dass die Sicherheitstruppe “Article Blood“ in den Schulrichtlinien verbieten will.

Chiyo in Gefahr

Originaltitel Chocolate Vampire
Jahr 2016
Bände 1 / ?
Genre Drama, School Life, Supernatural
Autor Kyoko Kumagai
Verlag Tokyopop (2017)

Später bekommt Chiyo Probleme mit Nene Himekoji, einem Mädchen das dreimal die Miss-Wahl der Schule gewonnen hat und sich als ihre Feindin herausstellt. Nene scheint in krummen Machenschaften verwickelt zu sein. Diese verlangt von ihr, dass sie den Blutspakt mit Setsu auflösen soll, sonst würden Vampire wahllos Schüler angreifen. So wie schon vorher ihre Geschwister Tomoki und Yukari angegriffen wurden. Zwar gelingt es ihr tatsächlich, den Blutspakt doch noch zu lösen, weil Setsu nicht möchte, dass sie an der Misswahl aus Ermittlungsgründen teilnimmt, aber dafür ist sie nicht lange danach in Gefahr. Nene gibt sich damit nicht zufrieden und möchte Chiyo umbringen. So ist nicht ganz klar, ob Nene es wirklich auf Setsu abgesehen hat oder ihn nur als Vorwand nahm, um Chiyo verwundbar zu machen. Schließlich war Chiyo durch den Pakt stärker, als ein normales Menschenmädchen.

Eine starke Protagonistin

Chiyo lächelt seit dem Tod ihrer Eltern nicht mehr und die Liebe schiebt sie weit von sich. Es ist offensichtlich, dass sie innerlich leidet. Davon abgesehen lässt sich Chiyo nicht alles gefallen und wehrt sich auch. Dabei kommen ihr auch so unbedachte Worte über die Lippen, die sie hinterher bereut: ,,Jeden Tag einem Vampir als Beute zu dienen, ist eine einzige Plage…!!“. Wie sehr sie damit Setsu verletzt hat, ist ihr da noch nicht bewusst. Setsu benimmt sich recht kindlich, aber er hat auch eine ernste Seite, während Chiyo um einiges erwachsener dargestellt wird und sich manchmal über Setsu aufregt. Eine simple Erklärung dafür wäre, dass Chiyo generell älter ist, was von der Mangaka in einer Randspalte erwähnt wurde. Andererseits könnte Setsus Verhalten auch eine Fassade sein. Schon im späteren Verlauf zeigt sich, wie er darunter leidet, dass Chiyo ihn nur als einen Vampir sieht. Sie scheint ihm doch viel mehr zu bedeuten, als er bisher zugibt. Kyoko Kumagai hat mit den beiden zwei recht sympathische Charaktere für den Anfang geschaffen, die aber noch etwas Entwicklungsbedarf für die nächsten Bände mitbringen. Chiyos Verhalten ist aufgrund der Tatsache, dass ihre Eltern von Vampiren getötet wurden, nachvollziehbar.

Band 1 von Chocolate Vampire kommt in der Erstauflage mit einer schönen ShoCo Card, der “I Love Shoujo“-Kampagne von Tokyopop heraus. Auf dieser Karte sind Setsu und Chiyo in einer romantischen Pose zu sehen. Hinter ihnen ein weißer Hintergrund mit fallenden Rosenblättern. Die Serie erscheint in Japan im Sho-Comi Magazin des Shogakukan Verlags, in dem schon Miyako – Auf den Schwingen der Zeit das Licht der Welt erblickte. Das Charakterdesign von Chiyo hat Kyoko Kumagai von Hana aus Miyako – Auf den Schwingen der Zeit übernommen, was gerade für Fans nicht zu übersehen sein dürfte.

Erster Eindruck:

Die Hauptcharaktere Chiyo und Setsu gefallen mir für den Anfang ganz gut und ich bin schon sehr gespannt, wie es mit ihnen weitergehen wird. Setsu wirkt oft wie ein niedlicher Junge, dem man nicht böse sein kann. Er ist einfach Zucker, wenn er lächelt und ich finde es schön, einen blonden Vampir als Hauptcharakter zu sehen. Irgendwie muss er auch Chiyo ausgleichen, wenn diese oft so finster dreinschaut. Chocolate Vampire weist einige Ähnlichkeiten mit Vampire Knight auf, was nichts Schlechtes bedeuten muss. Ich könnte mir vorstellen, dass Chocolate Vampire sogar das “bessere“ Vampire Knight werden könnte. Was gar nicht so schwer sein dürfte, weil sich Vampire Knight als ziemlicher Reinfall entpuppte. Hervorzuheben ist, dass Kyoko Kumagai in den Randspalten angemerkt hat, dass die Vampire normal altern und nicht alle hübsch und attraktiv sind. Sie möchte etwas harte Realität in ihren Manga einfließen lassen, was ich gut finde. Wie sie das in den weiteren Bänden umsetzt, werde ich auf jeden Fall verfolgen. Bei der Kleiderwahl ihrer Charaktere beweist Kyoko Kumagai auch Geschmack. Die Schuluniformen können sich sehen lassen, so wie auch Chiyos Kleid bei der Misswahl. Setsu im Anzug ist auch ein schöner Anblick. Neben The Case Study of Vanitas ist Chocolate Vampire der zweite Vampir-Manga, der 2017 gestartet ist und sich in meine Sammlung eingereiht hat. Die Serie legt einen ordentlichen Start hin und ich kann den Manga allen empfehlen, die nicht genug von Vampiren bekommen können, so wie ich.

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Alva Sangai

Alva arbeitet mit viel Papierkram, was nicht unbedingt spannend ist. In ihrer Freizeit sind ihr Anime, Manga und Bollywood-Filme/Serien wichtig. Sie hört sehr gerne Musik, schreibt Geschichten und zeichnet ab und zu. Ein Tee darf dabei nicht fehlen, der auch zur Entspannung beiträgt. Besonders Schwarztee mag sie ganz gern. Ansonsten hat sie eine Schwäche für soziopathische Bösewichte, was sich öfters in ihren Lieblingscharakteren widerspiegelt.

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Ayres
Redakteur

Das sieht mir schon fast ZU süß aus. Wie ernst / erwachsen ist die Geschichte denn?

Aki
Redakteur

Ich sage es mal so, die Hauptcharakterin ist ein Dickschädel ohne Sinn für Liebe, daher rafft sie nicht, dass zwei Typen auf sie stehen. Ernste Szenen gibt es schon nur was schade ist, dass die Welt in der Handlung spielt im ersten Band nicht wirklich erklärt wird. So weiß man kaum welchen genauen Stand die Vampire in dieser Welt haben. Wenn ich abschätzen müsste, würde ich sagen, dass die Reihe nichts für dich ist.