Kokkoku

Das noch recht junge Geno Studio (Genocidal Organ) startet durch. Das Studio kündigte gleich mehrere vielversprechende Projekte an, zu denen auch die Anime-Adaption von Kokkoku in der Winter Season 2018 zählt. In Deutschland ein noch eher unbekanntes Werk, denn die Manga-Vorlage von Seita Horio wurde noch nicht lizenziert. Es bleibt abzuwarten, ob der Anime etwas an dieser Situation ändert. Viele Werke behandeln das Thema der Zeit, egal ob Zeitreisen, Time Loops oder gar das Stoppen der Zeit, denn solche erfreuen sich oft großer Beliebtheit. In Kokkoku kommt der Stillstand zur Anwendung, verursacht durch einen mysteriösen Stein.

 

Die Familie Yukawa hat ein Geheimnis, denn sie besitzt einen Stein, der seit Generationen innerhalb der Familie weitergereicht wird. Mit diesem Stein lässt sich eine Welt namens „Stasis“ betreten, in welcher die Zeit stillsteht. Juri Yukawa lebt noch mit ihrer Familie unter einem Dach und möchte ausziehen. Eines Tages werden aber ihr Bruder und ihr Neffe entführt. Bei den Entführern handelt es sich um die religiöse Gruppierung “Genuine Love Society“. Der Familie bleibt nichts anderes übrig, als den Stein einzusetzen. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass die Situation nicht zu ihren Gunsten verläuft, denn im Versteck der Entführer sind sie nicht die Einzigen, die sich immer noch bewegen können. Können sie aus dieser Welt entkommen oder bleibt es für immer bei 18:59 Uhr?

Die Zeit steht still

 Originaltitel  Kokkoku
 Jahr  2018
 Episoden  1 / ?
 Genre  Drama, Action, Mystery
 Regisseur  Yoshimitsu Ohashi
 Studio  Geno Studio

Juri wünscht sich sehnlichst einen Job, da sie nicht mehr mit ihrer großen Familie leben möchte. Schließlich ist sie schon 22 Jahre alt. Allerdings verläuft ihr Bewerbungsgespräch nicht sonderlich gut. Schnell zeigt sich, dass Juris Familie keine aus einem Bilderbuch ist. So sitzt ihr älterer Bruder Tsubasa vorm Fernseher und spielt Videospiele, der Vater schaut dabei zu. Als Juri ihren Neffen abholen soll, wäre es ihr lieber, wenn Tsubasa das tun würde. Doch dieser geht so gut wie nie aus dem Haus, also bleibt Juri keine andere Wahl, als selbst diese Aufgabe zu übernehmen. Letztendlich geht doch ihr Bruder, was allerdings eher für peinliche Momente sorgt. Juri ist dieses Leben leid, denn auch ihre Mutter sagt, das wahrscheinlich ihr Neffe Makoto der einzige anständige Erwachsene der Familie wird. Ein Anruf bringt Juri und ihren Vater aus der Fassung. Tsubasa und Makoto wurden entführt und die Kidnapper fordern 5 Millionen Yen von der Familie. Wenn sie das Geld nicht rechtzeitig vorbeibringen, würde zuerst ihr Bruder und danach auch das Kind sterben. Ihr Großvater kommt dann auf die Idee, den Stein zu benutzen, der die Zeit anhält. So wirklich scheint man nicht zu wissen, woher der Stein eigentlich kommt. Seltsamerweise sind die Kidnapper zwar bewegungsunfähig, aber dafür tauchen andere zwielichtige Personen auf, die es auf den Großvater von Juri abgesehen haben.

Da ist noch etwas Luft nach oben

Was überraschend sein dürfte, ist die Tatsache, dass die Mangavorlage Kokkoku: Moment by Moment schon 2014 mit acht Bänden abgeschlossen wurde. Viele Anime-Adaptionen entstehen in der Regel zur Promotionszwecken einer noch laufenden Vorlage. Die erste Folge beginnt recht langsam, so tut sich erst in der zweiten Hälfte Spannung auf. Das Ende der ersten Folge macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Bleibt abzuwarten, ob der Anime die Erwartungen der Fans erfüllen kann. Schließlich wird die Serie unter die Genres Horror/Mystery eingeordnet. Das Opening “Flashback“ stammt von MIYAVI vs. KenKen und kann sowohl auf visueller Ebene, als auch akustischer Ebene überzeugen. Der Anfang des Songs ist zwar noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber der Refrain ist cool und ist recht einfach zu merken. Visuell ist das Opening recht bunt gehalten und hat große Texteinblendungen zwischendurch. Es stimmt einen ganz gut auf die Serie ein. Das Ending „Asayake to Nettaigyo“ von Boku no Lyric no Bouyomi ist musikalisch ganz ruhig gehalten und bietet nichts Besonderes im Vergleich zum Opening.

Erster Eindruck:

Ich kenne die Mangavorlage nicht und weiß noch nicht, in welche Richtung das Ganze gehen wird. Ich lasse mich einfach überraschen. Ich habe daher keine allzu hohen Erwartungen an Kokkoku, auch wenn es gerne ähnlich spannend werden darf wie Erased: Die Stadt, in der es mich nicht gibt. Die Charaktere wirken in der ersten Folge noch nicht so interessant auf mich, aber vielleicht können sie mich in den nächsten Folgen überzeugen. Nächste Folge scheint es auch sehr spannend zu werden, wie die Preview zeigt. Ich bin erstmal gespannt, was die “Bösen“ vorhaben.

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Alva Sangai

Alva arbeitet mit viel Papierkram, was nicht unbedingt spannend ist. In ihrer Freizeit sind ihr Anime, Manga und Bollywood-Filme/Serien wichtig. Sie hört sehr gerne Musik, schreibt Geschichten und zeichnet ab und zu. Ein Tee darf dabei nicht fehlen, der auch zur Entspannung beiträgt. Besonders Schwarztee mag sie ganz gern. Ansonsten hat sie eine Schwäche für soziopathische Bösewichte, was sich öfters in ihren Lieblingscharakteren widerspiegelt.

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Totman Gehend
Redakteur

Wenn wir schon bei diesem Vergleich sind, dann muss ich sagen, stinkt die erste Folge Kokkoku gegen die erste Folge Erased ab. Den Unterschied macht vielleicht auch der Umgang mit dem fantastischen Element: das Zeitdingens wird hier schon sehr präsent angewendet und erklärt, mit bösen Gegenspielern und einem Monster etc., wohingegen es bei Erased eher ein schlichtes Plot Device ist, das sich dem Drama unterordnet.
Diese Gruppierung von Neet, Oppa, Kleinkind, arbeitslosem Vater und Streber-Schwester ist aber recht interessant (wobei der Einzelne bislang noch unineteressant geblieben ist, ja). Und der Refrain von Flashback ist tatsächlich ziemlich dufte.
Hier bleib ich dran.

Ayres
Redakteur

So auf dem Papier gefällt mir die Serie gut, doch die Inszenierung der ersten Episoden ist von der Dramaturgie her nicht so recht geglückt. Der Stoff wirkt auf mich irgendwie auch so ein wenig veraltet, als wäre das eine Geschichte aus den 70ern. Die Designs tun dafür ihr Übriges. Was nicht heißt, dass ich das schlecht finde, aber so richtig zeitgemäß will der Anime bislang nicht wirken.

Ayres
Redakteur

Die zweite Episode hat meinen Eindruck nur noch mehr bestätigt. Irgendwie will sich hier einfach kein stimmiges Gesamtbild ergeben. Der Openingsong ist cool und die visuelle Vielfalt ebenfalls. Aber zur Serie passt beides null. Die wirkt einfach wahnsinnig verstaubt und man möchte fast meinen, dass das Studio dankbar für die Stasis ist, weil man nicht viel animinieren muss 😀
Die Brutalität in der Folge war auch so unnötig. Ach…

Ayres
Redakteur

Insgesamt eine ziemlich lahme und enttäuschende Serie, die sich bereits nach kurzer Zeit als gepflegte Langeweile entpuppte und das gnadenlos zwölf Folgen lang durchzieht. Hier kommt nicht ansatzweise das Gefühl einer lebendigen Umwelt auf, die statischen Bilder und die Animationsarmut tun ihr Übriges.

Totman Gehend
Redakteur

Wenn man mal bedenkt, dass die Stasis eine Welt ist, wo alles steht und dementsprechend kein Windhauch geht und überhaupt auch kein Geräusch entsteht, ist das mit der nicht-lebendigen Umwelt mehr als korrekt :>

Aber sonst auch meine Meinung: lame.
p.s.: OP und ED allerdings ziemlich dufte *-*