Der Dunkle Turm

Lesezeit: 7 Minuten

Stephen Kings 8-bändiges Lebenswerk Der Dunkle Turm hat es im Sommer 2017 nach mehr als 10 Jahren endlich in die Kinos geschafft. Ein wirklich langer und sehr steiniger Weg. Mehrere große Namen waren im Laufe der Jahre mit diesem Projekt genannt worden, doch am Ende landete die Aufgabe beim dänischen Regisseur Nikolaj Arcel (Die Königin und der Leibarzt). Ob es der Film mit gerade Mal 95 Minuten Laufzeit geschafft hat, Fans weltweit die Freudentränen in die Augen zu treiben, lest ihr hier.

 

Der Dunkle Turm hält das Gefüge aller Welten zusammen. Doch die Welt hat sich weiter bewegt und Walter O’dim (Matthew McConaughey), besser bekannt als der Mann in Schwarz, hat sich mit Hilfe von Technik und psy-begabten Kindern eine Waffe zusammengestellt, mit der er den Turm angreifen kann. Jake Chambers (Tom Taylor) träumt seit dem Tod seines Vaters immer wieder von genau diesem Turm, einem düsteren Mann und einem Revolvermann. Seine Träume lassen ihn kaum noch los, doch seine Umgebung denkt, dass er nur vor der Realität des Verlustes flieht. Erst als die ersten Erdbeben New York erschüttern und er in seinen Träumen noch mehr Schlüsselszenen sieht, wird ihm klar: Das sind keine Träume, sondern Visionen! Sein Ziehvater denkt, der Junge sei nun völlig übergeschnappt und möchte Jake in eine Besserungsanstalt einweisen lassen. Doch beim Versuch den Jungen von zu Hause wegzubringen, kann unser junger Held entkommen. Die Puzzelteile aus seinen Träumen führen ihn geradewegs zu einem alten, leer stehenden Haus in dem ein Portal darauf wartet, ihn nach Mittwelt und damit in die Hände des Revolvermanns (Idris Elba) zu bringen. Da Jake seinem Gefühl vertraut, reist er in die andere Welt, doch gerade das bleibt bei der Gegenseite nicht unbemerkt.

“Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste und der Revolvermann folgte ihm.“  

Während in den Romanen Roland, der Revolvermann, der Hauptcharakter ist, hat man sich bei der Filmversion für Jake entschieden und damit für einen größeren Fokus auf unsere Welt. Es sind nicht die einzigen Änderungen, die gerade bei Kennern der Bücher sauer aufgestoßen sind. Die Hauptbände vom Dunklen Turm sind extrem umfangreich und das nicht nur wegen ihrer Seitenzahl, sondern auch wegen der vielen Schauplätze, Figuren und Geschichten. Daher war klar, dass ein Filmprojekt auch große Ausmaße annehmen wird. Doch gerade diese Größe schreckte wohl viele Kapitalgeber gleich zu Beginn ab. Dabei wurde das Projekt 2004 als der letzten Band „Der Turm“ erschien, wieder aktueller, da nun nach 26 Jahren die Geschichte um Roland und seinen Ka-Tet ein Ende gefunden hatte. Als Stephen King 2009 seine Filmrechte für symbolische 19 US-Dollar an den Regisseur J. J. Abrams (LOST) verkaufte, meinte dieser, dass er, wohl auch wegen des Umfanges der Bücher, nicht selbst auf dem Regiestuhl Platz nehmen würde. Im Laufe der Jahre sollte dieser Posten dann mit Ron Howard besetzt und die Reihe in drei Filmen und Kurzserien erzählt werden. Mehrfach wurde das Projekt dann aber wegen zu hohen Kosten gestoppt oder gar noch einmal umgeworfen. Nachdem Universal komplett vom Projekt abgesprungen war hat, sich dann 2015 Sony Pictures den Dunklen Turm geschnappt. Bevor der Film in die Kinos kam, gab es von Seiten der Fans kaum Positives zu hören, denn viele der bekannten Fakten sowie die Besetzungsliste stießen auf wenig Freude.

Ein schwarzer Roland?

Originaltitel The Dark Tower
Jahr 2017
Land USA
Genre Fantasy, Action, Abenteuer
Regisseur Nikolaj Arcel
Cast Roland Deschain: Idris Elba
Walter O‘Dim: Matthew McConaughey
Jake Chambers: Tom Taylor
Steven Deschain: Dennis Haysbert
Arra: Claudia Kim
Tirana: Abbey Lee
Laurie Chambers: Katheryn Winnick
Timmy: Michael Barbieri
Spielzeit 95 Minuten
FSK

Roland Deschain wird in der Verfilmung von Idris Elba (Luther) gespielt und entspricht damit optisch nicht dem Roland aus den Büchern, denn dieser ist weiß. Fans der Bücher fanden die Wahl daher unpassend. Nicht aus Gründen bezüglich der Ethnizität, sondern weil in den Romanen ein anderes Mitglied von Rolands Truppe schwarz ist und es dort sogar eine wichtige Rolle spielt, wer welche Hautfarbe hat. Der Unmut wurde so groß, dass King sich veranlasst sah, die Wahl des Schauspielers zu verteidigen. Immerhin bei der Wahl von Matthew McConaughey (Interstellar) als Walter waren die Fans zufrieden und auch gegen Tom Taylor als Jake entstand kein Unmut. Verwirrungen gab es dann eher noch, weil Charakternamen veröffentlicht wurden, die in den Bücher nie aufgetaucht sind. Für die Fans war daher klar, dass es keine 1:1 Umsetzung werden würde, was Stephen King auf Twitter bestätigt hat.

Der Film kratze nur an den Büchern entlang – die Macher haben das Angesicht ihrer Väter vergessen!

Wer die Bücher kennt, wird einfach nicht das bekommen, was er wollte. Es ist nicht so, dass der Film nichts mehr von den Büchern enthält, sondern einfach zu wenig. In den Büchern trifft Roland auf der Jagd nach Walter den Jungen Jake. Doch wächst die Gruppe um Roland noch um den Drogenlieferanten Eddie, die schizophrene und gehbehinderte Susann sowie den Billy-Bumbler Oy (eine Mischung aus Murmeltier und Waschbär) an. Dass man im ersten Film auf all diese anderen Charakter verzichtet, ist verkraftbar. Genauso dass viele der Informationen um den Turm schon vorweg genommen werden. Immer wieder bringt der Film Begriffe sogar mit ein, die gerade Fans freudig aufnehmen. Man hat sich zum Beispiel den Spaß gemacht, am Anfang eine fiktive Firma aus den Büchern einzubauen. Sogar versteckte Symbole oder Namen sind enthalten. Als zum Beispiel Roland Jake am Lagerfeuer erklärt, was es mit dem Turm auf sich hat, nimmt er eine Spinne zum Erklären, für das, was außerhalb des Turms lebt. Buchfans werden das Symbol verstanden haben, denn in den Büchern ist der eigentliche Gegenspieler von Roland der Scharlachrote König, der immer wieder gerne in der Form einer Spinne unterwegs ist. Das bekannte Crossover, was in den Büchern auch einen wesentlichen Teil einnimmt, ist hier immerhin mit ein paar Dingen noch vorhanden. So besitzt Jake hier eine Fähigkeit, die man Shining nennt. Dieser Begriff stammt aus dem gleichnamigen Buch, welches von Stanley Kubrick verfilmt wurde – eine Anlehnung an ES. Doch trotz all dieser kleinen Dinge: Die gesamte Handlung des Films ist nicht aus den Büchern entnommen und Fans fragen sich – zu Recht – warum man so weit von der Vorlage weggegangen ist.

Ein Roland, der den Turm nicht mehr sucht

Roland ist besessen vom Turm und hat in seinem Leben schon so einiges dafür geopfert, um diesen zu erreichen. Also, als der Film-Roland erklärt, dass er nur noch auf Rache aus ist und der Turm ihm egal ist, ging für Fans eine Welt unter. Genauso, dass Roland eine gute Beziehung zu seinem Vater hat. Gerade zu dem Punkt hat sich sogar ein großer Fehler eingeschlichen, den Fans kaum übersehen konnten: Rolands Revolver, welche er erst nach dem Tod seines Vaters bekommt, hat er in der Rückblickszene, wo er Seite an Seite mit genau diesem kämpft, schon in den Händen. Dass Fans weltweit den Film zerreißen, dürfte daher verständlich sein. Doch fragt man sich, wie sieht es für Leute aus, die die Vorlage gar nicht kennen?
In gerade einmal 95 Minuten wird eine flott erzählte Geschichte geboten, bei der es teilweise zu schnell von A nach B geht und dabei vor allem Emotionen auf der Strecke bleiben. Als Jake seine Mutter verliert, bleibt kaum Zeit, das zu verarbeiten, denn es geht Schlag auf Schlag ins Finale. Immerhin die Actionszenen sind gut gemacht und entlocken das eine oder andere Staunen. Denn etwas ist gleich geblieben: Roland kann echt gut schießen! Auch die Computertricks sind auf dem neusten Stand, so sieht zum Beispiel der Angriff auf den Turm sehr eindrucksvoll aus.

2005 habe ich mit Der dunkle Turm angefangen und war nicht wieder los zu bekommen. Seitdem lese ich mich durch alle anderen Werke von King, nur um noch ein paar Fetzen zum Universum rund um den Turm zu bekommen. Man kann sich daher vorstellen, wie sehr ich all die Jahre gebetet habe, dass eine Verfilmung realisiert wird und vor allem wie ich Angst hatte, dass es mich dann nur enttäuschen wird. Ich bin mit acht Freunden zwei Tag nachdem der Film in den deutschen Kinos gestartet ist, reingegangen. Raus gegangen bin ich mit einem sehr gemischten Gefühl. Einige der Änderungen haben mir persönlich nichts ausgemacht. So zum Beispiel, dass Jake mehr Szenen bekommen hat als Roland. Die Actionmomente sind wirklich top gemacht und als Roland sein Mantra aufsagt, hatte ich sogar ich eine Freudenträne in den Augen. Über Anspielungen habe ich mich auch sehr gefreut, doch genauso sehr habe ich getrauert, weil so wenig von den Büchern vorgekommen ist. Meine Lieblingsszenen aus dem ersten Band sind alle nicht mit drin. Ich war sogar wütend, dass es immer wieder im Vorfeld Streit wegen den Kosten des Films gab und dass dies der Grund ist, weswegen er so kurz ist. Mehr Laufzeit hätte vielleicht bewirkt, dass man die Handlung etwas ruhiger hätte erzählen oder sogar mehr noch von den Büchern hätte einbauen können. Ein Teil von mir hofft trotzdem, dass Der dunkle Turm kein Reinfall geworden ist, denn ein zweiter Teil ist nur dann möglich und für diesen wurde angekündigt, Eddie und den Rest der Gang einzubauen. Was vor allen auch Stephen King freuen würde, denn er hat so lange an den Büchern geschrieben und Roland und Co. sind so etwas wie ein Teil seiner Familie geworden. Immerhin hat sich King selbst als Charakter in die Bücher geschrieben!

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Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen des Mangas "Kenshin" an Samurais verloren.

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Iruka
Mitglied
Iruka

Da ich von Stephen King bisher lediglich ein Buch und dessen Verfilmung konsumiert habe, konnte ich völlig unvoreingenommen in den Film reingehen. Kurz: Für einen Actionfilm ok und die Länge war nicht übertrieben. Die Schusswechsel waren richtig gut und ganz ehrlich: Roland ist ein genialer Schütze. Für diesen Szenen würde ich mir den Film vielleicht noch mal anschauen, aber nicht kaufen.

Drottning Katt
Redakteur

Habe überlegt, ob ich den Film schauen soll, aber ich denke, ich bleibe (erstmal) doch eher bei den Büchern. Band 2 liegt hier schon^^ King hat sich selbst als Chara in die Bücher geschrieben? Klingt ja witzig. In welchem Band kommt er denn vor?

hellspawn
Gast
hellspawn

Also wenn man die Bücher nicht kennt oder sogar dazu befähigt ist, deren Handlung vollkommen für den Film zu ignorieren, dann schaut man einen sehr unterhaltsamen Film, bei dem nur das flotte Ende etwas stört.
Sollte man es hingegen wagen Vergleiche mit dem Buch anzustellen, so geht Der dunkle turm gnadenlos unter. Es liegt nichtmal an der Besetzung, sondern das man nur einige kleine Stückchen aus der eigentlichen Story puhlt und diese zu einen Film zusammenkittet. Einige Änderungen stießen da extrem auf und ich rede nicht davon das Roland nun schwarz ist. Die Besetzung ist soweit nämlich echt ok. Eher stört die Charakterisierung. Roland ist viel zu nett und umgänglich und besonders am Ende mußte ich extrem mit den Augen rollen. Dann das verschieben von Rolands Fokus. Rache statt nach dem Turm zu suchen? Irgendwie fehlt damit der Hauptgrund schlechthin. daneben kam noch einiges anderes zusammen.
was mich auch störte war das man mit “Es gibt andere welten als diese” auf den Filmplakaten warb. Wer die Bücher kennt, weiß in welchen Kontext diese Worte fielen. Etwas was im Film überhaupt nicht umgesetzt wurde und damit der werbung eine völlig neue Bedeutung gab.
Wie gesagt, lohnt sich der Kinobesuch doch wenn man keine Vorkenntnisse hat. Ansonsten heißt es am besten den Amnesiemodus bezüglich der Bücher aktivieren für die dauer des Filmes.

Ayres
Redakteur

Leider eine große Enttäuschung. Man merkt dem Film stark an, dass hier vieles fehlt, insbesondere Substanz. Für mich ist ein wenig fraglich, wer denn die Zielgruppe des Titels sein soll: Fans des Buches wohl kaum und neue Zuschauer gewinnt man mit dem Ergebnis eher auch nicht. Habe mich ziemlich durchgequält.

Misato
Redakteur

Meine King-Phase hatte ich in meiner Jugend und irgendwann muss ich sie mal wieder richtig aufleben lassen, um auch den [i]Dunklen Turm[/i] zu beenden. Da war der letzte Band nicht draußen als ich bereits das Interesse verlor. Habe allerdings die ersten Marvel Comics damals dann doch freudig gelesen, denn vom Prinzip finde ich es wahnsinnig spannend, dass King mitten in all seine Romane dieses zentrale Werk gepflanzt hat. Und ich denke, das heutige Film/TV-Publikum ist aufnahmebereit für ein solches Epos, bei dem eben auch verlangt wird, Geduld mitzubringen und Querverweisen zu folgen, die alles lebendiger machen.

Tja, und dann kam dieser Film. Meine erste Assoziation als der Abspann losging mag merkwürdig sein, aber mir geisterte plötzlich [i]Die unendliche Geschichte[/i] durch den Kopf. Es sind beides einfach so knackige Jungs-Abenteuerfilmchen. Und als Buchleser fragt man sich “wo ist denn der Rest”. Dieser Fokus auf Jake nimmt für mich hier viel weg von dem Gefühl, was alles auf dem Spiel steht. Es wirkt wie ein namenloser Schrecken. Ja, buhu, Weltuntergang halt. Aber der kleine Junge wird’s schon richten, er hat ja zum Glück auch einen Beschützer dabei. Die Epik flacht ziemlich ab.

Idris Elba fand ich toll in dieser Rolle. Hätte gern mehr von ihm als Figur gesehen. (Stimmt aber ganz klar, dass er für die kurze Laufzeit griffiger und schneller sympathisch sein musste. Keine Zeit für Ecken und Kanten.) Und da wünsche ich mir doch, dass Amazon die Milliarde Dollar nicht in eine [i]Herr der Ringe[/i] Serie stecken würde, sondern den [i]Dunklen Turm[/i] in Angriff nimmt. Geld spielt hier eine sehr entscheidende Rolle. Und man muss eine Menge investieren, um sowas weitläufiges aufzubauen. Großes Risiko. Und Sony hat die Mittel einfach nicht (derweil frisst Disney alles, was mehr Kinozuschauer beängstigen sollte).

Kurzweilig ist der Film dann wenigstens und wenn es mal zur Sache geht, gefällt mir die Action richtig gut, ebenso die Stimmung. Aber es gibt mittlerweile TV-Zweiteiler, die in 90min mehr Spannung, Herz und eine clevere Story zusammenbringen.

Atticus
Redakteur

Ich bin immer noch unschlüssig, ob ich mir den Film anschauen soll. Einerseits hat mir die Turm-Reihe sehr gut gefallen. Aber genau das ist wohl auch das Problem. Dadurch, dass der Film scheinbar so vieles abändert, bin ich mir fast sicher, dass ich mega enttäuscht sein werde. Das fängt schon bei der Besetzung von Idris Elba als Roland an. Zum einen passt er äußerlich Null zu der im Roman beschriebenen Figur. Und auf der anderen Seite ist dies wohl auch ein Grund weshalb meine heimliche Lieblingsfigur Susannah in dem Film keinen Platz gefunden hat. Mit einem schwarzen Roland an ihrer Seite wäre die Figur enorm entwertet worden. Und auch Eddie und Oy würde ich wohl vermissen. Ich lass also wohl besser noch ein bisschen Zeit ins Land gehen, bis die Eindrücke aus den Büchern stärker verblasst sind, um mich dem Film zumindest etwas freier nähern zu können.

Totman Gehend
Redakteur

>>Mit einem schwarzen Roland an ihrer Seite wäre die Figur enorm entwertet worden.<<

Wieso? Ich kenne weder Buch noch Film, diese Aussage interessiert mich aber.

Atticus
Redakteur

Bei Susannah handelt es sich um die einzige schwarze Figur in der Gruppe um Roland und auch in Rolands Welt sind dunkelhäutige Menschen wohl recht selten, wie man an einigen Stellen an der Reaktion der Menschen dort sehen kann. Susannah geht damit aber sehr offensiv um und ist somit in Verbindung mit ihrem körperlichen Handicap ein schönes Beispiel dafür, dass Anderssein nicht automatisch eine Schwäche sein muss.

Misato
Redakteur

Ich bin gegenüber Adaptionen sehr gelassen mittlerweile und hab einen guten Weg gefunden Filme als solche zu genießen und nicht zwanghaft nach den Unterschieden zur Vorlage zu suchen. Immer erwähnenswert, manchmal aber auch weniger schlimm, wenn das neue Produkt an sich rund ist. Für [i]Der Dunkle Turm[/i] braucht es da aber sehr viel Gelassenheit, um das Epos in dieser Form als kurzweiliges Jugendabenteuer genießen zu können. Von daher würde ich ausnahmsweise sogar vom Schauen abraten, weil nichts Gutes bei rumkommen kann. Ich finde die [i]Divergent[/i]-Reihe als Umsetzung unter aller Kanone, aber selbst da kann ich für Buchleser noch ein bisschen Unterhaltungswert sehen, schon nur in der Optik. Aber hier wird so wenig umgesetzt, dass dieses boah-cool-Gefühl nur sehr selten aufkeimen dürfte. Der Film ist viel besser als Appetitanreger geeignet für Leute, die bei dem Namen King nur an Grusel und Hochspannung denken, und die hier Lust bekommen könnten, eine komplexere Fantasywelt zu finden.