Death March to the Parallel World Rhapsody (Folge 1)

Unter einem “Death March” versteht man bei einem Projekt die Notwendigkeit, extra viel Mehrarbeit zur Beendigung desselbigen zu benötigen. Da ist ein Tag durcharbeiten nichts Ungewöhnliches, so auch bei Ichiro Suzuki, einem Spiele-Programmierer. Dieser kann erst nach 30 Stunden seinen wohlverdienten Schlaf nachholen und erwacht bald darauf in einer Welt, die ihn sehr an die Spiele erinnert, an denen er gerade erst gearbeitet hat. Im Simulcast bei Crunchyroll erhältlich, kann man sich die neueste der mittlerweile berühmten Isekai-Geschichten (Stories, in denen der Held in eine andere Welt transportiert wird) ansehen und mit dem Protagonisten gemeinsam diese neue Welt erkunden.

    

Als Programmierer in einer Spielefirma ist es normal, dass man auch einmal am Wochenende arbeiten muss, um einen Release-Termin einzuhalten. Manchmal bedeutet das auch, das Büro für mehr als einen Tag nicht zu verlassen. Für Ichiro Suzuki bleibt also alles wie gehabt und selbst die Arbeiten an Bugs und Problemen, die ihn von anderen Mitarbeitern aufgedrückt werden, sind für ihn nur minder ärgerlich. Nachdem er allerdings nach über einem Tag Arbeit endlich schlafen kann, staunt er nicht schlecht, als er sich in seinem Teenager-Körper in einer Welt wiederfindet, die dem Spiel ähnlich ist, das er gerade fertiggestellt hat. Natürlich hält er es für einen Traum, immerhin sieht er das Menü vor sich, und selbst ein Angriff von einer Armee Echsenmenschen lässt ihn wenig daran zweifeln… bis sie angreifen und er den Schmerz spürt, den ihre Attacken verursachen. Mit Hilfe der von ihm selbst in das Spiel programmierten Anfängerhilfen löscht er allerdings die gesamte Armee aus und wird mit einem satten Level-Up belohnt. Mit dieser neugewonnen Stärke, einer Menge Skills und einem Haufen an Loot macht sich der in dieser Welt also Satou genannte Protagonist auf um die Welt zu erkunden. Ob er wohl bald eine schicksalhafte Begegnung hat?

Noch eine Isekai-Story?

Originaltitel Death March kara Hajimaru Isekai Kyousoukyoku
Jahr 2017
Episoden 1 / ?
Genre Abenteuer, Action, Fantasy
Regisseur Shin Oonuma
Studio Silver Link, Connect

Manch einer möchte sich natürlich fragen, weshalb man sich diesen Anime neben den vielen anderen Isekai-Animes jede Season auch noch ansehen sollte. Immerhin hat die erste Folge jetzt keinen Innovationspreis verdient. Wobei die erste Hälfte der Folge uns schon sehr gut, zeigt wie unser Hauptcharakter tickt. Er geht geflissentlich seiner Arbeit nach, hat ein gutes Herz und ist trotz seines Single-Daseins kein Kind von Traurigkeit. Mit dem Aufwachen in der Fantasy-Welt ändert sich aber bald schon die Dynamik, immerhin darf Satou mal gleich einen heftigen Sprung bei den Leveln machen. Die neu gefundene Stärke nimmt uns schon einmal die Notwendigkeit des Verbesserns, die andere Protagonisten oft durchmachen müssen. Auch Geld ist durch die immense Menge an Drops kein Problem, ähnlich ist es auch mit den Waffen. Was vielleicht etwas untergegangen sein mag, sind die kleinen Fenster auf der Seite des Bildschirms, die uns jedes Mal darüber benachrichtigen wenn Satou einen Skill erhält. Was macht man also mit einem Helden, der keine Notwendigkeit mehr hat stärker zu werden, Geld zu sammeln oder die Welt zu retten? Man schickt ihn auf eine Erkundungsreise in diese neue Welt. Um den Zuschauer mehr einzubinden, wird auch oft in die Sicht von Satou gewechselt. Dadurch bekommt man den Eindruck, vom eigenen Bildschirm in ein Videospiel zu blicken. Und auch, wenn man noch nicht viel gesehen hat, so kommt durch die vielen Landschaftseinblendungen schon eine Abenteuerstimmung auf.

Vergleich zum Ausgangsmaterial

Bei einer Serie, die seit 2014 als Light Novel erscheint, bisher zwölf Bände hat und immer noch fortlaufend ist, darf man sich durchaus die Frage stellen, wie gut sich der Anime zur Adaption passt. Gerade die erste Folge nimmt sich in der ersten Hälfte ein paar Freiheiten und erweitert die Szenen in unserer Welt etwas. Sie fügt sogar welche hinzu, die es in der Novel nicht gab. Dies dient in diesem Fall zwei Dingen: Erstens will man Satou etwas zugänglicher machen und zweitens – was fast wichtiger ist – man will die Szene am Ende genau zu dem Zeitpunkt haben an dem sie passiert. Dadurch zieht sich der Anfang leider etwas und nimmt dann erst mit dem Angriff der Echsen an Fahrt auf. Sonst hat man sich aber sehr genau an die Vorlage gehalten und auch, wenn es sich nicht um die teuerste Serie handelt, so sehen die Animation und vor allem die Landschaften gelungen aus und man bekommt richtig das Gefühl, mehr von der Welt sehen zu wollen. Sehr gut gemacht ist allerdings die Art und Weise wie Drops, erhaltene Skills und das Spiel-Menü angezeigt werden. Das geschieht immer schön am Rande des Bildschirms, um nicht zu viel Platz einzunehmen, ist aber trotzdem immer gut zu sehen. Hier übrigens ein Lob an Crunchyroll und die Leute, die an den Subs gearbeitet haben. Während zwar, zumindest bei den deutschen Untertiteln, nicht alle Übersetzungen eingeblendet wurden, so hat man doch fast alle übersetzt, selbst wenn sie in schneller Reihenfolge oder nur sehr kurz zu sehen sind. Deswegen wird umso mehr der Anschein erweckt, man befinde sich in einem Videospiel.

Erster Eindruck:

Ich wurde im Urlaub im Sommer 2017 großer Fan der Novel-Reihe, als ich die ersten beiden Bände auf meinem E-Reader verschlang und was auch aus meinem vorangegangen Review von Band 1 hervorgeht. Später konnte ich auch noch die Manga-Adaption genießen und war daher mehr als nur erfreut über die Ankündigung eines Animes. Wenn man mit so hohen Erwartungen an eine Serie geht, kann es natürlich passieren, dass man enttäuscht wird, wenn die Vorstellungen nicht erfüllt werden. Zumindest die erste Folge liefert aber gute Arbeit ab und kann sich auch sehen lassen. Am Opening habe ich auch schon Gefallen gefunden, das Ending ist dann nicht ganz so meines, doch auch die restliche musikalische Untermalung ist ebenfalls gelungen. Was mir nicht ganz so gut gefällt, ist, wie lange man die Szene mit Satous Arbeit zu Beginn gemacht hat. Das zieht sich leider etwas und ist für die restliche Folge auch eher unwichtig. Auch wenn mir klar ist, damit man die letzte Szene in Folge 1 auch wirklich ganz zum Schluss hat, musste irgendwo gestreckt werden. Ich war mir übrigens auch zu 100% sicher, dass diese Szene den Abschluss für die erste Folge machen würde. Das Retten der holden Maid macht sich immer gut als Cliffhanger. Trotz kleiner Abzüge gefällt mir Folge aber gut  und präsentiert eine Welt, bei der man schon Lust auf mehr kriegt.

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Hero Kage

Hero Kage ist Masterstudent im letzten Semester, arbeitet an seiner Masterarbeit und damit am Abschluss seines Ausbildungweges. In seiner Freizeit erholt er sich mit jedem Medium, das eine Geschichte bieten kann, die ihm gefällt. Dabei unterscheidet er nicht zwischen einzelnen Medien. Es geht ihm nur darum, besonders gut unterhalten zu werden. Zudem ist er auch noch passionierter Brett- & Kartenspieler und immer für ein neues Spiel zu begeistern.

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