Bungo Stray Dogs

Lesezeit: 7 Minuten

Durch die Anime-Adaption dürfte Bungo Stray Dogs vielen bekannt sein, da war es nur eine Frage der Zeit bis auch die Vorlage von Kafka Asagiri und Sango Harukawa das Interesse der Mangaleser Wecken würde. Egmont Manga veröffentlichte den ersten Band am 5. Oktober 2017. Die Charaktere überraschen mit Namen berühmter japanischer Schriftsteller und Dichter, aber wie sieht es mit dem Rest aus?

    

Atsushi Nakajima hat eine nicht gerade aussichtsreiche Zukunft. Bis vor kurzem wohnte er noch in einem Waisenhaus. Plötzlich wird er aus diesem rausgeschmissen und landet auf der Straße. Obendrein steht er am Rande des Verhungerns und traut sich nicht zu stehlen. Er entdeckt, wie jemand gerade im Fluss ertrinkt und rettet denjenigen. So lernt er den Detektiv Osamu Dazai kennen, der im Fluss Selbstmord begehen wollte. Osamu gehört einem ganz besonderen Detektivbüro an, nämlich dem der wehrhaften Detektive. Sie nehmen heikle Aufträge an, die der Polizei und dem Militär zu gefährlich sind. Darüber hinaus besitzen sie übernatürliche Fähigkeiten.

Der Selbstmord-Fanatiker und der Tiger

Atsushi hat Angst, den Hungertod zu sterben, aber als er Osamu Dazai rettet, scheint sein Glückstag zu sein. Eigentlich wollte Osamu als Selbstmord-Fanatiker gar nicht gerettet werden, aber irgendwie kann er Atsushi nicht im Stich lassen. Selbst hat er kein Geld, weil seine Geldbörse im Fluss ist, aber als sein Kollege Kunikida hinzukommt, verdonnert er ihn dazu, Atsushi zum Essen einzuladen. Atsushi kostet dies voll aus und schlägt sich den Bauch voll, was Kunikida so gar nicht gefällt. Er erfährt von den beiden, dass sie Detektive sind und aktuell den Auftrag haben einen Tiger zu schnappen, der überall sein Unwesen treibt. Osamu kommt schnell drauf, wer der Tiger ist. Es ist niemand anders, als Atsushi, der sich bei Mondschein in eine Bestie verwandelt. Für Osamu eher ungefährlich, schließlich besitzt er die Fähigkeit, mit einer einzigen Berührung, jede andere Fähigkeit wirkungslos werden lassen. Dadurch ist allerdings der Grund klar, weshalb Atsushi aus dem Waisenhaus geworfen wurde. Alle wussten darüber Bescheid, dass er der Tiger ist, außer ihm selbst. Er ist eine Art Befähigter, der seine übernatürlichen Fähigkeiten nicht kontrollieren und sich an seine Verwandlung in einen Tiger nicht erinnern kann. Osamu sorgt dafür, dass Atsushi auch ein Detektiv wird, aber jenem ist dieser Job eigentlich zu gefährlich. Dennoch bleibt ihm keine andere Wahl, denn jetzt hat er wieder ein Dach überm Kopf, auch wenn es in Wirklichkeit mehr einer Bruchbude gleicht.

Die mächtige Port Mafia

Originaltitel Bungou Stray Dogs
Jahr 2012
Bände 1 / ?
Genre Action, Drama, Mystery
Autor Kafka Asagiri & Sango Harukawa
Verlag EMA (2017)

Atsushi lebt sich ein und lernt die anderen Detektive besser kennen. Schnell gibt es den nächsten Auftrag von einer Frau namens Higuchi. Dabei handelt es sich allerdings um eine Falle der Port Mafia. Der Hafen ist ihr Revier und gerade vor Akutagawa, einem Mitglied dieser gefährlichen Organisation, soll sich Atsushi hüten. Akutagawa wird als der Kampfhund der Port Mafia beschrieben und stellt sich tatsächlich als ein kaltblütiger Mörder heraus. Vom Aussehen sieht dieser auch ziemlich finster aus. Er möchte den Tiger unbedingt haben, weil man 7 Milliarden yen für ihn auf dem Schwarzmarkt bekommt. Atsushi, Tanizaki und Naomi stecken in der Falle von Higuchi und Akutagawa, aber dann mischt sich Osamu ins Geschehen ein, der zuvor eine Wanze an Higuchi befestigte und deren Pläne durchkreuzte. Hier hat Osamu ziemlich überrascht, denn es sah so aus, als hätte er vorher nur Musik gehört und gefaulenzt. Doch in Wirklichkeit hat er alles abgehört. Kunikida sollte Osamu mehr würdigen, da er einen echt klugen Kollegen hat.

Zwischen ernsten und lustigen Momenten

Kunikida ist eher der ernste Typ der Truppe, während Osamu für den einen oder anderen Lacher sorgt. Die lustigen Momente kommen dadurch, dass Osamu andauernd überlegt, wie er seinen nächsten Selbstmord ausführen kann. Dazu liest er auch Bücher, die von verschiedenen Selbstmordarten handeln. Es zeigt sich, dass Osamu kein schlechter Kerl ist, auch wenn er den anderen Detektiven als Selbstmord-Fanatiker meist auf die Nerven geht. Atsushi und die anderen Detektive würden hier allerdings nie auf den früheren Beruf von Osamu kommen, denn dieser war mal ein Mafiosi. Der Hauptcharakter selbst, Atsushi, überzeugt noch nicht ganz. Da stehlen ihm die anderen Charaktere ein wenig die Show. Der Manga bietet ansonsten einige schräge und rätselhafte Charaktere, die auf jeden Fall das Interesse wecken, um an der Story dranzubleiben. Es wird zwischen Comedy und Ernst geswitcht, ohne dass es groß stört. Die Zeichnungen von Sango Harukawa können sich sehen lassen; besonders die Farbillustrationen machen echt was her. Egmont Manga hat sich etwas ganz Besonderes für den Manga einfallen lassen. Der ersten Auflage wurde ein Notizblock beigelegt. Einige Seiten beinhalten sogar Illustrationen. Doch es ist noch ein zweites Extra in Band 1 enthalten, nämlich einen Steckbrief aus dünner Pappe von Atsushi und ein Miniprint auf der Rückseite, auf dem Akutagawa, Atsushi und Osamu zu sehen sind. Laut Egmont Manga wird es auch in den nächsten Bänden Steckbriefe geben.

Erster Eindruck:

Ein für mich sehr gelungener erster Band, der Lust auf mehr macht. Der Selbstmord-Fanatiker Osamu Dazai ist mir auf Anhieb sympathisch und gehört jetzt schon zu meinen Lieblingscharakteren. Er hat mich mit seinem Verhalten echt zum Lachen gebracht. Doch abgesehen davon ist er ein kluger Charakter. Ich frage mich, ob hinter seinen Selbstmordversuchen noch mehr steckt oder das wirklich nur als Comedy-Einlage dienen soll. Dass er ein ehmaliges Mitglied der Port Mafia ist, bietet auf jeden Fall schon Stoff für die nächsten Bände. Bin sehr gespannt, was in seiner Vergangenheit so passiert ist. Besonders spannend wird es, als Akutagawa auftaucht. Bevor ich Bungo Stray Dogs anfing, hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass die Mafia hier eine so große Rolle spielt. Durch diesen Aspekt ist die Serie bei mir noch weiter in der Gunst gestiegen. Ich kann die nächsten Bände kaum erwarten. Es freut mich, dass Egmont Manga die Serie mit so tollen Extras gewürdigt hat.

Zweiter Ersteindruck:

Ich bin durch den Anime auf den Manga aufmerksam geworden und daher kenne ich auch den weiteren Verlauf der Geschichte. Den Anfang finde ich persönlich etwas lahm, was vor allem an Atsushi selbst liegt. Er hat irgendetwas an sich, was mich eher langweilt. Ist schwer zu beschreiben, vielleicht weil er so jämmerlich am Anfang wirkt. Allerdings hat man Dazai und Kunikida, die auf ihre Art und Weise wunderbar schrullig sind. Ihre Interaktionen sind einfach witzig, können aber genauso Ernst machen. Besonders Dazai hat einen recht durchtriebenen Charakter, wenn man es genau nimmt. Aber als ehemaliges Mafiamitglied ist das wohl auch kein Wunder. Die restlichen Detektive sind ebenso ein sympathischer Haufen, da wird Atsushi keine ruhige Minute haben. Mein Lieblingscharakter ist allerdings Akutagawa, habe irgendwie eine Schwäche für die Bad Guys und daher fällt er genau in mein Beuteschema. Ich bin von der Ausstattung des Mangas begeistert. Das Notizbuch ist wirklich schick geworden mit den kleinen Illustrationen und auch der Steckbrief sieht gut aus. Letzteres soll in den kommenden Bänden weitergeführt werden. Ich empfehle allen, die vom ersten Band noch nicht überzeugt sind, mindestens noch ein, wenn nicht sogar zwei weitere Bände der Serie zu lesen. Denn die Story braucht etwas, um richtig in Fahrt zu kommen.

Dritter Ersteindruck: 

Da ich bereits den Anime gesehen habe, war diese Serie für mich ein Pflichtkauf. Die schicken Extras der Erstauflage sind da noch ein ganz besonderes Highlight und ich bin wirklich froh, zugegriffen zu haben. Jedoch hat der Manga selbst mich noch nicht ganz so überzeugt. Alle Charaktere haben die Namen japanischer Schriftsteller, die ich als ungewöhnlich und daher schwierig zu merken empfinde. Gemerkt habe ich mir mittlerweile Dazai und Atsushi, weil diese beiden für mich die Hauptfiguren sind. Wobei ich mit Atsushi sehr starke Probleme hatte. Ich empfand ihn als sehr schwachen Charakter, sodass ich ihn mir in der Rolle des wehrhaften Detektivs überhaupt nicht vorstellen konnte. Seine Fähigkeit kann er nicht bewusst kontrollieren, auch dies passt so gar nicht zu seinem neuen Beruf. Und schlussendlich hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass er jederzeit losheulen würde. Kurz: Atsushi ging mir hauptsächlich auf die Nerven.
Dazai hingegen hat mir richtig gut gefallen. Sein Selbstmord-Fanatismus ist zwar etwas übertrieben, aber da bleibt abzuwarten, wie sich das entwickelt. In der Geschichte rund um die Port Mafia darf er jedoch zeigen, dass er wirklich was drauf hat und selbst der gefürchtete Akutagawa keine große Gefahr für ihn ist. Wie Dazai der jungen Frau die Abhörwanze unterjubelt, ist einfach toll. Und dass seine Fähigkeit total nützlich ist, sieht man spätestens dann, wenn er in Kämpfe eingreift.

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Alva Sangai

Alva arbeitet mit viel Papierkram, was nicht unbedingt spannend ist. In ihrer Freizeit sind ihr Anime, Manga und Bollywood-Filme/Serien wichtig. Sie hört sehr gerne Musik, schreibt Geschichten und zeichnet ab und zu. Ein Tee darf dabei nicht fehlen, der auch zur Entspannung beiträgt. Besonders Schwarztee mag sie ganz gern. Ansonsten hat sie eine Schwäche für soziopathische Bösewichte, was sich öfters in ihren Lieblingscharakteren widerspiegelt.

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Prinzessin Blaubeere
Redakteur

Ich bin ja auch sehr versucht, mir die Mangas zuzulegen. Der Anime hat mir schon sehr gut gefallen, wenngleich die erste Staffel schon stellenweise so dahinplätschert. Aber ich bin großer Fan von Dazai und Akutagawa und vermisse die beiden sogar schon fast. Wäre also schon eine Überlegung wert, Geld in die Stray Dogs zu investieren. 😀

Aki
Redakteur

Ich hab gleich zugeschlagen, denn ich fand den Anime unterhaltsam und freue mich auf die Geschichten, die ich durch den Anime dann noch nicht kenne. Von den Figuren her mag ich Atsushi total gerne. Mit Dazai hab ich hingegen so meine Problem. Ich finde ihn gelinde gesagt, zu perfekt uund daher eher langweilig. Akutagawa mag ich genau wie Prinzessin Blaubeere auch sehr gerne.
Die Zeichnungen finde ich ok, muss aber sagen, dass der Anime da optisch mehr zu bieten hat. Alleine die schönen Farben bei den Sonnenuntergängen. Denke da gerade an die erste Folge, wo Atsushi und Dazai sich kennen lernen.
Die Extras finde ich echt schick. Vor allem die Tigerzeichnung in Notizbuch ist meganiedlich *__* Schön finde ich auch, dass man bei den Randnotizen immer Zusatzinfos zu den Autoren geschrieben. Gerade am Anfang sind ja viele japanische Autoren dabei, die hierzu Lande nicht so bekannt sind.

Taria
Redakteur

Da man nicht weiß, ob es eine weitere Staffel geben wird, ist es sowieso ratsam den Manga anzufangen. Hoffentlich bringt EMA oder zumindest der US-Verlag Yen Press auch noch die Light Novels heraus. Denn davon gibt es auch noch einige, manche wurden auch im Anime eingebaut.