Batman und Harley Quinn

Die DC Universe Animated Original Movies werden seit 2008 jährlich um ein bis zwei neue Filme erweitert. 2016 stand der Joker in Batman: The Killing Joke im Vordergrund, 2017 durfte Harley Quinn nachziehen. Erstmals 1992 in der Episode „Joker’s Favor“ aufgetaucht, erfreut sie sich einer wachsenden Fangemeinde. Dabei ist Batman und Harley Quinn tatsächlich eher etwas für Fans: Wer hier einen handlungstragenden Film erwartet, muss sich auf eine bittere Enttäuschung einstellen. Für Freunde von Harley Quinn hingegen besteht aller Grund zur Freude: Eine ausgedehnte Fanservice-Episode inklusiver halbnackter Tatsachen und irren Gags steht an.

Erst kürzlich aus Arkham entlassen, wird Harley Quinn von Batman und Nightwing aufgesucht: Sie sind auf der Suche nach Poison Ivy, die zusammen mit Floronic Man alle Lebewesen auf der Erde in pflanzenartige Hybriden verwandeln möchte. Zwar zeigt sich Harley Quinn kooperativ, doch die einfachste Partnerin ist sie nicht unbedingt…

Sex- & Furzwitze

Originaltitel Batman and Harley Quinn
Jahr USA
Land 2017
Genre Comedy, Action
Regisseur Sam Lui
Cast Batman: Kevin Conroy / Eberhard Haar
Harley Quinn: Melissa Rauch / Daniela Reidies
Nightwing: Loren Lester / Christian Stark
Poison Ivy: Paget Brewster / Marion von Stengel
Laufzeit 74 Minuten
FSK

Regisseur, Produzent und Drehbuchschreiber Bruce Timm orientiert sich mit der Zeichentrickfilmreihe näher an den Comic-Vorlagen als es die meisten Realfilme mit Superhelden tun und war bereits federführend bei der Animationsserie aktiv. Für diesen Teil war er nicht nur als Produzent, sondern auch als Autor tätig. Harley Quinn sollte wieder in ihrem klassischen Kostüm auftauchen, ohne allerdings im Schatten des Jokers zu stehen. Stattdessen versucht sie auf der Seite von Batman und Nightwing ihre alte Freundin Poison Ivy zu bekämpfen. Zumeist erhielten die animierten Batman-Filme eine FSK16-Freigabe. Hier ist es FSK12 und das aus einem guten Grunde: Der Schwerpunkt liegt deutlich auf den humorvollen Szenen. Zwar fallen ein paar derbe Sprüche, aber nichts, was eine höhere Einstufung rechtfertigen würde. Dennoch gibt es Momente, die bei dem einen oder anderen dafür sorgen könnten, dass sich (zumindest) die Augenbraue hebt: Nicht nur, dass Harley Quinn mehr als nur einmal in Unterwäsche herumläuft – auch kommt es zu einer Szene, in der Harley Quinn Nightwing verführt. Alles von ihr ausgehend, von ihm gibt es immerhin ein Statement zur Situation. Die Szene ist gleichermaßen überraschend wie witzig, da sie inhaltlich mutiger ist, als man einem animierten Superheldenfilm zutrauen würde.

Zeitgeist der 90er

Zwar kommt nur mäßig Spannung auf, wenn die Kämpfe in den Sümpfen von Louisiana stattfinden, doch das ist nicht das erklärte Ziel des Films. Viel mehr ist es eine Charakterdarstellung der überdrehten Harley Quinn mit dem einen oder anderen Cameo-Auftritt – inklusive Gesangseinlagen von Melissa Rauch (The Big Bang Theory). Die Szene in einer Bar liefert dafür jede Menge Futter. Dass es sonst mehr als nur platt zugeht, muss man mögen oder aber mit der Titelfigur rechtfertigen können. Sex- und Furzwitze sind per se nicht originell, aber situationsbedingt gut platziert worden. Optisch knüpft der Film an die Animationsserie der 90er an. Bei weitem nicht so düster wie die letzten Filme gehalten, dafür bunt und poppig und qualitativ selbstredend über dem Niveau der Serie. Mit Details wird eher gegeizt zugunsten des Originalflairs, dafür sind zumindest die Animationen gelungen. Auch das Hintergrundgeschehen bleibt selten statisch.

Dass nicht jedes Abenteuer von Batman dark & gritty ist, beweist diese Episode. Es ist erfrischend, mal eine Figur am Rande jeglichen Limits zu haben, die die Grenzen von Batman und Nightwing ausreizt. Die Gags wurden so installiert, dass sie in den richtigen Momenten zünden, obwohl sie zumeist alles andere als originell sind. Zwar gibt es keine neuen Facetten von Batman oder Poison Ivy zu sehen, doch Harley Quinn unterhält über die Spielzeit hinweg und sorgt für Kurzweil.

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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2D_Dipper
Redakteur

Ich hatte kürzlich schonmal grob in den Artikel reingelesen und war dann etwas abgeschreckt davon, mir den Film zuzulegen. Nun hab ich mich zumindest dazu durchgerungen, ihn auf Amazon auszuleihen und online zu schauen. Für mich, eine Weise Entscheidung gewesen.
Persönlich gesehen, fand ich den Film recht platt. Die Story war grob betrachtet nichts neues, man hat es nur schlicht etwas abgewandelt. Denn in den Animated Series („Harlequinade“) hatte schon einmal Harley Batman & den damals noch Robin (heute Nightwing) geholfen. Da allerdings noch, um den Joker dingfest zu machen. Diesmal ist es eben Poison Ivy, welche als Gegnerin auserkoren wurde.
Wenn man einen Film mit Humor zum Unterhalten sucht, ist dieser hier genau das richtige. Ein paar nette Lacher gab es auf jedenfall, welche auch alle recht gut platziert wurden. Wer nach etwas tiefgründigerem Sucht, sollte auf andere Batman-Filme zurückgreifen, da hier des öfteren der rote Faden etwas entwisch. Das Ende selbst ist recht merkwürdig geworden.
Woran ich mich persönlich störe ist, dass eine „Superschurkin“ wie Poison Ivy nicht alleine arbeiten darf, sondern mit Floronic Man einen Muskelprotz an die Seite geparkt bekommt. Zum anderen missfiel mir die Situation, dass Harley Nightwing verführte. An eine ähnliche Situation habe ich mich schon in „the killing joke“ gestört. Ansonsten für Fans von Fanservice etc. könnte der Film auch durchaus ansprechend sein.